Rathaus-Renovierung vollenden: Der Muff muss weg

Die Stadt scheut sich, Halterner Steuergelder für eine Renovierung des Rathaus-Obergeschosses auszugeben. Aber bei aller Bescheidenheit: Möchten Sie auf einem 35 Jahre alten Teppich wohnen?
Der Rathaus-Saal dient den Politikern für ihre Sitzung, aber er dient auch Repräsentationszwecken. © Halterner Zeitung

Nach 410 Jahren erhielt die Stadt im März 1987 ein neues Rathaus an der Dr. Conrads-Straße außerhalb des Stadtringes. Im Dezember 1986 tagte der Stadtrat ein letztes Mal mitten in der Stadt im Alten Rathaus.

Der nach den Plänen des damaligen Architekten Bernd Kruth entworfene Neubau beendete die Enge und setzte sich als zeitgemäßes Repräsentationsgebäude in Szene. Im Obergeschoss tagen Rat und Ausschüsse sowie die Fraktionen, hier tragen sich Halterns Gilde-Königspaare ins Goldene Buch ein, hier empfängt der Bürgermeister Neubürger oder Gäste aus den Partnerstädten, hier fanden vor Corona Wahlpartys statt.

Viel Bewegung im Oberstübchen, aber die Optik ist über die Jahre immer die gleiche geblieben. Der Teppichboden erweist sich als sehr strapazierfähig, er liegt immerhin seit 35 Jahren beziehungsweise umspannt ebenso lange die Wände – alles in Grün und Braun, der Modefarbe der 80er-Jahre. Aber man muss ja nur warten, dann wird alles wieder modern. Aber auch ansehnlicher?

Renovierungsstau wird erst richtig teuer

In den Fraktionszimmern der Parteien sind die Stühle durchgesessen, der alte gewebte Fußbodenbelag hat ordentlich Staub geschluckt und riecht deshalb muffig. Jede Verbraucherberatung rät zu einem Wechsel nach zehn bis 15 Jahren!

Irgendwann ist eine Renovierung einfach fällig, das versteht jeder Immobilienbesitzer. Der Bürgermeister muss sich nicht entschuldigen, dass er damit die Haushaltsdisziplin nach Ende des Stärkungspaktes vernachlässigt. Ein Renovierungsstau – wie im Kreishaus – wird erst richtig teuer und ist bedeutend ärgerlicher.

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