Redakteurin Elisabeth Schrief arbeitet einen Tag nach der Impfung im Homeoffice. © Schrief

Redakteurin über ihre Erfahrungen: Meine Corona-Impfung mit Astrazeneca

Der Anruf aus meiner Hausarztpraxis kommt überraschend: Innerhalb kurzer Zeit muss ich mich entscheiden, ob ich mit Astrazeneca gegen Corona geimpft werden will. Ein Erfahrungsbericht.

Ich fühlte mich ertappt. Wie früher, wenn der Chemielehrer das Aufstellen einer chemischen Gleichung abgefragt hat. Lieber in Deckung gehen, wenn der eigene Name aufgerufen wird. Vor der Hausarztpraxis stehen mindestens zehn Wartende, alle mit unterschiedlichen Anliegen, wie sich sehr bald herausstellt.

Die Mitarbeiterin des Praxisteams kommt nach draußen: „Wer hat einen Impftermin?“ Ich, die letzte in der Reihe, habe einen, bin auch gerade die Einzige und schreite eilends die „Front“ ab. Mich beschleicht das Gefühl, als wenn andere das möglicherweise nicht gerecht finden. Aber natürlich kann das täuschen. Fast jeder möchte gegen Corona geimpft werden, in der Hoffnung, seinen Alltag endlich aus den Fesseln dieses Virus‘ befreien zu können. Nur nicht unbedingt mit Astrazeneca.

Ich hatte mich in eine Warteliste eintragen lassen

Mit einem kleinen, gar nicht spürbaren Pieks fühle ich mich kurze Zeit später wie eine Beschenkte. In den Hausarztpraxen ist hauptsächlich Astrazeneca im Angebot, nur ganz wenig Biontech. Es ist nicht klar, wie lange die Dosen noch reichen. Vielleicht bis zur nächsten Woche. Ich hatte mich in eine Warteliste eintragen lassen – und hatte Glück. Da sind Skepsis gegenüber dem Impfstoff, aber auch das Alter gerade mein Vorteil – tut ja auch mal gut.

Die erste Impfung ist im Impfbuch eingetragen, die zweite folgt im Juni.
Die erste Impfung ist im Impfbuch eingetragen, die zweite folgt im Juni. © Schrief © Schrief

Trotz seltener Fälle von Hirnthrombosen empfiehlt die EU-Arzneimittelbehörde Ema uneingeschränkt die Anwendung des Impfstoffes Astrazeneca. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Risiken. Ich hoffe auf einen effektiven Schutz vor Covid-19. In der Familie gab es einen Coronafall, ich habe über Wochen erlebt, wie sehr Covid einem Menschen zusetzen und Kräfte rauben kann.

Müde und antriebslos – es hätte schlimmer werden können

Nach dem Impftermin gehe ich noch schnell für ein besonderes Ereignis shoppen. Eine gute Gelegenheit, denn vor der Impfung hatte ich mich wegen eines anderen Termins testen lassen müssen. Ein Freifahrtschein für einen Einkauf, den ich so noch nie erlebt hatte: Ich war mit zwei Mode-Verkäuferinnen allein auf über 800 Quadratmetern. Es geht mir gut.

Fünf Stunden später: Ständig horche ich in mich hinein, aber Nebenwirkungen der Impfung haben sich bislang nicht eingestellt. In der Nacht beginnt die Einstichstelle, bei Druck leicht zu schmerzen. Ansonsten schlafe ich ohne Beschwerden fast durch. Am Morgen fühle ich mich dennoch müde und antriebslos, Kopfschmerzen und ein immer wiederkehrendes Frösteln lassen mich kurz überlegen: Schreibtisch oder Sofa? Ich entscheide mich für die Arbeit, für das Abwarten und Tee trinken im winterlichen Outfit. Es hätte schlimmer kommen können…

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Elisabeth Schrief

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