«Richtige Entscheidung»

Rund 120 neue Halterner kamen zum Informations-Abend ins Alten Rathaus

30.05.2007 / Lesedauer: 3 min

So wie Melanie Timmer (27) aus Herten sehen es viele andere Halterner Neubürger auch. Zahlreich erschienen die Zu- oder Zurückgezogenen am Dienstagabend zum Empfang im Alten Rathaus und lauschten, was Bürgermeister Bodo Klimpel zu sagen hatte. Wie schön ihre neue Heimat sei zum Beispiel und was 38 204 Einwohner auf 158 Quadratkilometern so alles machen können. «Ich wusste nicht einmal, dass Haltern so viele Stadtteile hat», wunderten sich manche und die Frage des Abends lautete eindeutig: «Wohne ich eigentlich in Haltern-Mitte?» Die Gründe, die manche Neu-Bewohner nach Haltern führten, sind häufig die selben: Eine wunderschöne grüne Umgebung mit hohem Freizeitwert ist das häufigst genannte Argument. Doch bei näherem Nachfragen kommen doch sehr unterschiedliche Beweggründe ans Licht. Ahmed Zebahla (29) und seine Frau Simone (30) leben seit Januar im Zentrum. Die Entscheidung, aus Münster wegzuziehen, überließ der junge Mann seiner Frau. «Simone kannte Haltern bereits recht gut, da sie aus Lüdinghausen stammt. Für sie gab es keine Alternative zu dieser Stadt und ich habe mich gerne gefügt.» Längere Bedenkzeit benötigte Horst Komorowski. Ganze 55 Jahre lang hat der 67-Jährige in Marl gewohnt und zunächst gezögert, als seine Frau Hannelore (70) den Vorschlag machte, nach Haltern zu ziehen. «Einen alten Baum verpflanzt man nicht», sagt der Rentner und fügt gleich hinzu: «Aber bereut habe ich diesen Schritt nicht. Der Umzug war die richtige Entscheidung. Haltern eignet sich als Altersruhesitz einfach besser als Marl.» Das sieht auch Dagmar Magdzinski so. Auch wenn die Duisburgerin bestimmt noch nicht an ihre Altersruhe denkt. «Ich bin mit meiner Katze nach Haltern gekommen, weil ich die anonyme Atmosphäre in der Großstadt einfach leid war», sagt sie. «Hier achten die Nachbarn aufeinander und sehen nach dem Rechten.» Kann das nicht auch unangenehm sein? «Nein», meint die 40-Jährige, «im Gegenteil. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, genießt man es, überhaupt wahrgenommen zu werden und nicht unter zu gehen.» Eine noch größere Veränderung haben Christiane und Peter Hänge zusammen mit ihrem siebenjährigen Sohn hinter sich. Die beiden Neu-Sythener haben in den vergangenen zwei Jahren aus beruflichen Gründen in Amerika, genauer in Jersey (nahe New York), gelebt. Nun geht Christiane ihrer Arbeit in Marl nach. «Als wir unser Zurückkommen planten, haben wir die Schwiegereltern auf die Suche nach einer schönen Stadt in der Nähe von Marl geschickt. Und in Haltern sind sie sogleich fündig geworden.» Die Schwiegereltern schickten Fotos und sendeten gleich Überredungskünste mit über den großen Teich. «Da mussten wir nicht allzu lange überlegen», lacht Peter Hänge. In einem waren sich außerdem alle Befragten einig: In punkto Infrastruktur macht der Stadt so schnell niemand etwas vor. Julia Neumann

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