Meinung

Rückkehr in den Distanzunterricht: Besonders schade für die Kinder

Auch in Haltern kehren die Schulen am Montag in den Distanzunterricht zurück. Das ist bedauerlich, denn Schule ist mehr als Lernen. Ein Kommentar.
Die Schulen in Haltern müssen sich ab Montag wieder auf eine neue Situation einstellen. © dpa

Schon wieder eine Rolle rückwärts für die Schulen. Sie bleiben nach den Osterferien überwiegend leer. Nur die Abschlussklassen dürfen in den Präsenzunterricht. Die Entscheidung der Landesregierung NRW verlangt den Betroffenen auch in Haltern viel ab.

Kurzfristig müssen sich die Lehrer wieder auf Distanzunterricht einstellen und die Familien sich neu organisieren. Am schlimmsten sind wohl die Kinder dran. Lernen im Homeoffice, auch wenn die digitale Technik funktioniert, ist eben nur eine Notlösung. Fürs Leben lernt man nämlich nicht nur in den Unterrichtsstunden, sondern besonders in den Pausen oder auf dem Schulweg. Miteinander lachen und sich streiten – einmal ohne Aufsicht von Erwachsenen sein.

Die Öffnung der Schulen war ein Wagnis. Nun zwingt die dritte Welle der Pandemie zum vorläufigen Rückschritt. Das Ausbleiben der Schnelltests trägt wohl mit dazu bei. Schon wieder ein organisatorisches Desaster.

Nur die Abschlussklassen dürfen in die Schule. Auf sie warten Prüfungen unter erschwerten Bedingungen und dann noch nicht einmal die Aussicht auf rauschende Partynächte danach. Wer solche Bedingungen übersteht, verdient besondere Anerkennung und hat bestimmt auch eine Menge fürs Leben gelernt. Durchhalten in einer Pandemie zum Beispiel.

Und: Bei aller Kritik an der Corona-Politik in Deutschland mag uns ein Blick auf die Weltlage trösten. Millionen Kinder können gar nicht am Unterricht teilnehmen. Eine Schülergeneration geht an die Pandemie verloren.

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