Saison beginnt: Stadt Haltern hängt Fallen für Gift-Raupen auf

hzEichenprozessionsspinner

Er war die Plage des vergangenen Sommers: Der Eichenprozessionsspinner, genauer gesagt dessen Raupen mit ihren Gift-Härchen. Auch in diesem Jahr sind sie wieder da. Die Stadt handelt.

Haltern

, 20.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sorgen mit ihren Gift-Härchen bei vielen Menschen für allergische Reaktionen. Sie haben sich in ganz Deutschland in den vergangenen Jahren massenhaft ausgebreitet - auch in Haltern.

Am Dienstag (19. Mai) hat die Stadt damit begonnen, neuartige Ringfallen aufzuhängen. „Wir haben die Fallen zunächst an den Stellen angebracht, wo die Raupen im letzten Jahr besonders stark vertreten waren“, sagt Stadtsprecher Georg Bockey. Man habe insgesamt 70 solcher Sammelfallen angeschafft. Außerdem seien über 100 Nistkästen an typischen Schwerpunkten installiert worden. Noch könne man nicht sagen, ob sie Wirkung zeigten, Bockey. Auf präventiven Gifteinsatz gegen die Raupen setze man nach wie vor nicht.

Priorität in der Nähe von Schulen und Kitas

Bis Mitte Mai habe es sechs Meldungen von Nestern gegeben, sagt Georg Bockey auf Anfrage. An drei oder vier Stellen habe man auch schon in den vergangenen Wochen gehandelt. Er macht noch einmal klar, dass für die Stadt befallene Bäume in der Nähe von Schulen, Kitas oder Spielplätzen Priorität bei der Beseitigung der Nester hätten. Melden kann man befallene Stellen online über den Mängelmelder der Stadt, unter der Rufnummer 933-478 oder per Email an baubetriebshof@haltern.de.

Die Ringfallen sollen die Raupen auffangen und in einen Beutel lotsen, wo sie mithilfe von Hitze und einem Gesteinsmehl zersetzt werden.

Die Ringfallen sollen die Raupen auffangen und in einen Beutel lotsen, wo sie mithilfe von Hitze und einem Gesteinsmehl zersetzt werden. © Ingrid Wielens (A)

Die Sammelfallen, wie sie jetzt montiert wurden, funktionieren mechanisch-chemisch. Am Kragen, der in drei bis vier Metern Höhe um den befallenen Baum gespannt wird, befindet sich ein Köderbeutel. Der Botenstoff darin soll als Lockmittel dienen.

Sobald sich die Eichenprozessionsspinner-Raupen am Baum in Bewegung setzen, kommen sie an dem zum Stamm hin nach unten abgedichteten Kragen nicht vorbei. Über ein Kanalsystem werden die Raupen zum Beutel gelockt und fallen schließlich hinein.

Ein Gesteinsmehl im Beutel zersetzt die Insekten. Da der dunkle Beutel sich im Sommer auf mehr als 55 Grad erhitzt, werden auch die Eiweißstoffe in den Brennhaaren der Tiere, die für Mensch und Tier gefährlich sind und allergische Reaktionen auslösen können, zerstört.

An typischen Schwerpunkten des Eichenprozessionsspinners im vergangenen Jahr hat die Stadt Haltern die Fallen aufgehängt.

An typischen Schwerpunkten des Eichenprozessionsspinners im vergangenen Jahr hat die Stadt Haltern die Fallen aufgehängt. © Stadt Haltern

Sowohl der Kreis Recklinghausen als auch Straßen.NRW haben betroffene Bäume an den Straßen vor einigen Wochen mit Bioziden besprüht. Der Fokus der Maßnahmen im Ruhrgebiet liegt auf den Stellen, an denen im vergangenen Jahr ein besonders starker Befall festgestellt worden war. Straßen.NRW investiert für diese frühen Maßnahmen im Ruhrgebiet etwa 115.000 Euro.

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Der Kreis Recklinghausen besprüht rund 300 Eichen an Kreisstraßen. Die Einsatzorte sind unter anderem die Lembecker Straße/Lippramsdorfer Straße (K55) und der Neue Kamp (K22) in Haltern am See.

Haben Sie Nester des Eichenprozessionsspinners in Haltern entdeckt? Schreiben Sie uns an redaktion@halternerzeitung.de mit Nennung der Straße.

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