Schadstoffe wandern langsam

Auskofferungen bei der Wasag brachten noch nicht den erhofften Erfolg

31.05.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Haltern Mehr als zehn Jahre ist es her, dass auf dem Gelände der Wasag drei Bodenbelastungsflächen ausgekoffert und beseitigt wurden. Der erhoffte Erfolg ist ausgeblieben. Noch immer werden Schadstoffe im Grundwasser nachgewiesen. «Die Fahne ist größer als erwartet», berichtete Georg Wohlfahrt vom Kreis-Umweltamt jetzt im Halterner Umweltausschuss. Der Kreis hat zuletzt 2001 die Brunnenbesitzer in Lehmbraken aufgefordert, das Grundwasser nicht zur Zubereitung von Speisen zu verwenden. Da sich die Schadstofffahne in Richtung Süden ausbreitet, wurden auch Brunnen in Sythen untersucht. Hier wurden allerdings keine Schadstoffe nachgewiesen. Der Grund dafür: Jährlich kommt eine Schicht von 1,20 Meter Frischwasser oben auf das Grundwasser, so dass die Schadstoffe mit der Entfernung vom Eintragsort immer tiefer sinken. Eine Gefahr für den Mühlbach sieht Wohlfahrt nicht. Der Bach infiltriere das Grundwasser und nicht umgekehrt. Bei einer Ausbreitung von 30 Metern im Jahr könnten die Schadstoffe in 83 Jahren den Stausee erreichen. Allerdings sei die tatsächliche Ausbreitung wesentlich langsamer als der theoretische Wert, gab Wohlfahrt vorläufige Entwarnung. Eine grundsätzliche Sanierung des Grundwassers in dem Bereich scheitert an den Kosten. «Noch zu D-Mark-Zeiten haben wir eine Kostenschätzung vorgenommen», berichtete Wohlfahrt. «Und wir kamen auf einen Betrag von 400 Millionen Mark.» Die geplante Sandgewinnung auf dem Wasag-Gelände ist durch die Altlasten nicht gefährdet. Der entstehende Baggersee liegt nördlich der belasteten Flächen. Laut Gutachter ist es ausgeschlossen, dass durch das Ausbaggern der Grundwasserstrom umgekehrt werde. thl

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