Schottergärten gehören in Haltern verboten – alles andere ist unlogisch

Schottergärten sind ökologische Problemstellen, die beseitigt werden müssen. Die Verschärfung ihres Verbotes ist ein wichtiger Schritt, nur Egoismus wettert dagegen – findet unser Autor.
NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach will das Verbot von Schottergärten verschärfen. Dafür soll die Landesbauordnung geändert werden. Das ist ein richtiger Schritt, findet unser Autor. (Symbolbild)
NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach will das Verbot von Schottergärten verschärfen. Dafür soll die Landesbauordnung geändert werden. Das ist ein richtiger Schritt, findet unser Autor. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Haltern ist grün. Das ist zumindest der augenscheinliche Eindruck, immerhin wirkt das Landschaftsbild der Stadt naturbelassen: Seen, Wälder, Heide und Felder lassen nicht erahnen, dass es hier ein Problem mit dem Klimaschutz geben könnte.

Und doch existieren Schottergärten in der Seestadt. Ein verschärftes Verbot wird von einem Großteil der Fraktionen im Stadtrat abgelehnt. Warum? Die unangenehme Wahrheit zur Lösung von Umwelt- und Klimafragen lautet, dass Menschen sich einschränken und verzichten müssen. Dazu gehört nicht nur der eigene Energieverbrauch, sondern auch die Gestaltung meines Vorgartens.

Schottergärten haben nur Nachteile

Argumentieren wir ganz objektiv und lassen die monotone Optik außen vor: Schottergärten haben nichts als ökologische Nachteile. Sie sind biologisch betrachtet tot, weil sie keinen Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten. Spärliche Bepflanzung wird spätestens im Sommer von aufgeheizten Steinen gegrillt. Bei Starkregen fehlt Versickerungsfläche, der Boden verdichtet sich und wird versiegelt.

Dagegen stehen Emotionen und Bequemlichkeit: Ich will einen zweiten Stellplatz! Ich will selbst entscheiden dürfen, weil es mein Grundstück ist! Ja, Vorschriften können sich entmündigend anfühlen. Aber nur auf Eigenverantwortung zu setzen, anstatt klare Kante zu zeigen? Den nett gemeinten Info-Flyer kann ich wegschmeißen. Die Änderung der Landesbauordnung bietet die entscheidende rechtliche Grundlage.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.