Schulsport in Corona-Zeiten: Umziehen im Schichtsystem

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Seit Beginn des Schuljahres ist auch Schulsport wieder erlaubt – unter besonderen Rahmenbedingungen. Wie setzen die Halterner Schulen die Vorgaben um?

Haltern

, 26.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach den Sommerferien sollte der Schulsport an allen Schulen in NRW möglichst in vollem Umfang wieder aufgenommen werden. Das ist aber nicht ohne Weiteres möglich, wie eine Nachfrage bei Halterner Schulen ergeben hat.

„Als einziges Schulfach mit schwerpunktmäßig physischer Betätigung in dafür vorgesehenen Sportstätten wie Sporthallen, Schwimmhallen oder auf Sportplätzen gilt es im Sportunterricht – auch angesichts des hier nicht anwendbaren Schutzes durch eine Mund-Nase-Bedeckung – in besonderem Maße darauf zu achten, Bedingungen zu schaffen, die die aktuellen Vorgaben zur Eindämmung des Infektionsgeschehens beachten und Situationen verhindern, die Infektionsgeschehen verstärken könnten.“

So lautet die Vorgabe des Landes für den Sportunterricht in NRW auf der Homepage der Landesstelle für Schulsport. „Kontaktsport“, so heißt es dort weiter, „ist nach Möglichkeit zu vermeiden.“

Umkleiden im Schichtsystem

„Bis zu den Herbstferien findet Schulsport bei uns ausschließlich im Freien statt“, sagt Frank Cremer, der Leiter der Alexander-Lebenstein-Realschule. „Was wir besonders organisieren müssen, ist vor allem das Umkleiden.“ Dafür seien Pläne aufgestellt worden, die verhindern, dass mehrere Klassen oder Gruppen gleichzeitig in die Umkleidekabinen kommen. „Es gibt dafür ein Schichtsystem“, sagt Frank Cremer. „Die Umkleiden müssen nach jeder Gruppe ausreichend gelüftet werden.“

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„Die Schüler müssen sich die Hände desinfizieren. Wenn es zeitlich eng wird, nutzen einige Kollegen auch schon mal die Klassenräume als Umkleide, aber natürlich Jungen und Mädchen getrennt“, sagt Frank Cremer. Weil das auch Zeitverlust bedeutet, wird Schulsport nur in Doppelstunden unterrichtet. Duschen ist nicht möglich. „Wie es nach den Herbstferien weitergeht, müssen wir noch abwarten.“

Umkleideräume sind zum Teil sehr klein

Ludger Zander, der stellvertretende Schulleiter der Joseph-Hennewig-Hauptschule, findet die Situation für den Schulsport zurzeit problematisch und unbefriedigend. „Schulsport findet bei uns hauptsächlich draußen statt. Bei Regen machen wir schon mal leichtes Lauf- und Konditionstraining in der Halle mit großem Abstand und in kleinen Gruppen“, sagt er.

Schwierig werde es aber beim Umkleiden. „Wer schon mal auf dem ETuS Sportplatz die Umkleiden gesehen hat, fragt sich, wie sich da elf Fußballer umziehen sollen. Da können sich Schüler auch nur in kleinen Gruppen umziehen.“

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Die Hauptschule nutzt zurzeit den TuS Sportplatz für den Sportunterricht. Die Umkleiden würden nach jeder Nutzung desinfiziert. „Die Stadt hat uns dazu einen Bus zur Verfügung gestellt“, sagt Ludger Zander. Insgesamt sei der Schulsport unter den derzeitigen Bedingungen nur schwer schwer zu organisieren. „Und wie es weitergeht, wissen wir auch noch nicht.“

Sportunterricht auch theoretisch

Auch im Halterner Gymnasium wurde der Schulsport neu organisiert. „Wegen der neuen Regelungen mussten wir in Einzelfällen Sportangebote von vier auf zwei Wochenstunden reduzieren“, sagt Schulleiter Ulrich Wessel. Außerdem wird, vor allem bei schlechten Wetter, Sportunterricht auch mal zur Sporttheorie in der Klasse, wenn es die Kapazitäten nicht anderes zulassen. „Sport muss ja nicht ausschließlich ein praktisches Fach sein“, so der Schulleiter des Gymnasiums.

Die Grundschulen müssen außerdem den Transport zum Schwimmunterricht organisieren. Da die Kapazitäten im Hallenbad begrenzt sind, könne es in Zukunft Einschränkungen beim Schwimmunterricht geben, sagt Veronika Beher, Sprecherin der Halterner Grundschulen und Leiterin der Silverbergschule.

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