Jan-Martin Blißenbach von der Heideschule Hullern-Flaesheim ist einer der Halterner Schulleiter, die den Distanzunterricht kurzfristig organisieren müssen. © Archiv
Schulstart

Schulstart in Haltern: Zwischen Distanzunterricht, Notbetreuung und Tests

In den Büros der Halterner Schulleiter wird wieder rotiert. Das Land hat für Montag den Distanzunterricht angeordnet. Die Schulgemeinden müssen sich kurzfristig anpassen.

Jan-Martin Blißenbach, Leiter der Heideschule, hat am Freitagmorgen gerade eine neue Rundmail für die Eltern der Schüler in Hullern und Flaesheim vorbereitet. Die Schulgemeinde muss sich mit dem Unterrichtsbeginn nach den Osterferien am Montag (12. April) auf eine neue Situation einstellen. Wieder einmal.

Aufgrund des Infektionsgeschehens hat die nordrhein-westfälische Landesregierung entschieden, dass zunächst wieder Distanzunterricht stattfinden soll. Das war am Donnerstag. Jan-Martin Blißenbach und die meisten seiner Halterner Kollegen haben davon im Verlauf des Donnerstags aus den Medien erfahren. Die Mail des Schulministeriums erreichte die Schulen erst später.

Verordnung muss kurzfristig umgesetzt werden

Die Kurzfristigkeit, mit der die neue Verordnung umgesetzt werden muss, ist nun das größte Problem. „Die große Herausforderung ist, die Notbetreuung zu organisieren“, sagt der Leiter des Schulverbundes Hullern und Flaesheim. Viele Eltern würden dieses Angebot aufgrund ihrer beruflichen Situation in Anspruch nehmen.

Auf die Lehrkräfte komme eine doppelte Aufgabe zu, die Notbetreuung zu sichern und Distanzunterricht abzuhalten. Zu Letzterem gehöre nicht nur, Aufgaben zu erstellen. An der Heideschule würde beispielsweise auch mit Videokonferenzen gearbeitet. All das erfordere Vorbereitungszeit. „Zum Glück schaffen wir das an unserer Schule durch die gute Kooperation mit der OGS“, sagt Jan-Martin Blißenbach. Auch die Caritas Ostvest unterstütze in geringem Umfang mit Personal.

Angebot

Evangelische Gemeinde bietet Schülern Raum zum Lernen

Die evangelische Gemeinde in Haltern bietet für Schüler im Paul-Gerhardt-Haus in der Reinhard-Freericks-Straße 17 einen Raum zum Lernen an. „Es gibt WLAN und wir stellen einen Drucker – bei Bedarf auch einen Laptop – zur Verfügung“, sagt Presbyter Klaus Tykwer. Ansprechpartnerin ist Lena Schäfer, Email: Schaefer@egha.de

An den weiterführenden Schulen in Haltern werden am Montag nur die Schüler der Abschlussklassen zum Präsenzunterricht erwartet. Am Joseph-König-Gymnasium sind das die Schüler der Q1 und Q2 (zweites und drittes Jahr der Oberstufe). Große Kurse werden geteilt. Die Schüler der Q2 haben nur noch in ihren vier Abiturfächern Unterricht. „Das war ohnehin so geplant“, sagt Schulleiter Ulrich Wessel am Freitagmorgen zum Stand der Planungen.

Warten auf die angekündigten Tests

Auch am JKG werden die Eltern per Mail über die neue Lage informiert. Für Schüler bis einschließlich Klasse 6 wird eine Notbetreuung angeboten. Die Eltern sollen ihren Bedarf umgehend melden. Ulrich Wessel kalkuliert mit maximal 30 Schülern. Am Wochenende will er die Rückmeldungen der Eltern prüfen.

Die Testpflicht an der Schule lasse sich für die Schüler der Q1 und Q2 sowie für das Lehrpersonal in der nächsten Woche sicherstellen, weil die Schule vor den Osterferien eine Ladung Tests erhalten habe. Die neu angekündigten sind allerdings noch nicht an der Halterner Schule eingetroffen.

Wer sich nicht testet, darf nicht am Unterricht teilnehmen

Als die Tests noch freiwillig waren, hätten am JKG von 1040 Schülern knapp 30 die Durchführung verweigert. Jetzt gebe es die Testpflicht. „Das Land hat sich eindeutig positioniert. Wer sich nicht testet, nimmt nicht am Präsenzunterricht teil“, so Ulrich Wessel. Es gebe aber die Möglichkeit, sich in einem Testzentrum testen zu lassen. Das Ergebnis dürfe nicht älter als 48 Stunden sein.

An der Heideschule sind noch keine Tests eingetroffen. Jan-Martin Blißenbach vermutet, dass diese Tatsache die Entscheidung des Landes zur Rückkehr in den Distanzunterricht mit beeinflusst hat.

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Silvia Wiethoff

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