Die Corona-Schutzverordnung erlaubt Schwimmkurse. In Haltern wird es in den nächsten Wochen jedoch nicht geben. © picture alliance / dpa
Corona-Pandemie

Schwimmkurse sind wieder möglich, aber in Haltern gibt es trotzdem keine

Die neue Corona-Schutzverordnung erlaubt Schwimmkurse für Anfänger. Doch in Haltern wird es in den nächsten Wochen keine Kurse geben. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Damit hätte Florian Wilms nicht gerechnet: Mit der neuen Corona-Schutzverordnung sind auch Schwimmkurse wieder erlaubt. Diese fallen unter die außerschulischen Bildungsangebote, die in Paragraf 7 geregelt sind. Dort ist von der „Anfängerschwimmausbildung und Kleinkinderschwimmkursen für Gruppen von höchstens fünf Kindern“ die Rede. „Für uns kam das total überraschend“, sagt der Vereinschef des SV Haltern.

Kurz nach der Bekanntgabe der neuen Verordnung setzte sich Wilms mit anderen Vereinen zusammen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Das Resultat: In den nächsten Wochen wird es keine Schwimmkurse in Haltern geben. Und das hat mehrere Gründe.

Keine Nachfrage nach Schwimmkursen

Zum einen ist das Freizeitbad Aquarell aktuell coronabedingt geschlossen und das wird vermutlich auch in den kommenden Wochen so bleiben. „Es sind aktuell keine Schwimmkurse geplant. Zudem liegen keine Anfragen von Vereinen oder Schulen diesbezüglich vor“, sagt Thomas Liedtke, Pressesprecher der Stadtwerke, die das Bad betreiben.

Zum anderen scheint in der Bevölkerung das Interesse an Schwimmkursen aktuell gering zu sein: Die DLRG und der SV Haltern haben in den vergangenen Tagen keine Nachfragen erhalten. Aber selbst wenn das Bad offen wäre und es Anmeldungen geben würde, ist es fraglich, ob die Kurse überhaupt stattfinden würden.

Wiederaufnahme im Mai?

„Momentan sind Schwimmkurse für unsere Gruppenleiter zu risikoreich, da sie mit den Kindern zusammen im Wasser sind. Dort entstehen viele Kontakte – und das ist bedenklich, gerade weil sich zuletzt mehr Kinder infiziert haben“, sagt Jana Schemmer, Fachbereichsleiterin Schwimmen bei der DLRG. Auch Wilms findet es gegenüber seinen Übungsleitern schwierig, sie in der aktuellen Lage eine Gruppe unterrichten zu lassen.

Auf der Homepage verkündete der SV Haltern, dass er nicht mit einer Wiederaufnahme des Schwimmbetriebs vor Mai im Hallenbad rechnet. Man sei mit den Stadtwerken im engen Austausch, erzählt der SV-Vereinschef.

„Kinder sollten regelmäßig schwimmen üben“

Wilms ist zudem auch Sprecher einer Arbeitsgemeinschaft aus dem SV Haltern, der DLRG Haltern, des SV Hullern, dem Tauchclub Haltern und der Behinderten- und Reha-Sport-Gemeinschaft Haltern (BRSG), die sich im vergangenen Jahr gebildet hat. „Wir wollen unsere Interessen bündeln und mit einer Stimme gegenüber den Stadtwerken sprechen“, erklärt er.

Aber nicht nur der Wegfall von Schwimmkursen könnte an den vielen Badeorten wie Silbersee, Stausee oder auch in den Freibädern zur Gefahr werden. „Es geht auch um die Kinder, die gerade das Schwimmen gelernt haben. Sie sollten regelmäßig üben. Wenn sie wieder ins Wasser können, wird den Kindern die Routine fehlen. Das ist eine Herausforderung für uns“, blickt Schemmer voraus.

Hoffnung auf Sommer- und Freibadsaison

Demzufolge könnte es dazu kommen, dass bereits im zweiten Jahr in Folge keine Schwimmkurse stattfinden. Bereits im vergangenen Jahr konnten nur wenige Übungseinheiten für Kleinkinder angeboten werden.

Fest steht: Ein ausgearbeitetes Hygienekonzept liegt bereits in der Schublade. Wann es aber genau losgehen kann, ist ungewiss. „Wir hoffen natürlich, dass wir es bald wieder ermöglichen können, dass Kinder bei uns Schwimmen lernen oder Spaß im Wasser haben“, sagt Stadtwerke-Sprecher Liedtke.

Bei der DLRG und beim SV Haltern hofft man nun auf die Sommer- und Freibadsaison. Die Teilnehmerlisten für die Schwimmkurse seien voll, erzählt Schemmer. Und Wilms hat schon die Ferienkurse für das Seepferdchen-Abzeichen im Blick.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad
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