Die anhaltende Trockenheit macht den Segelclubs in Haltern Probleme. Und auch die Förster schauen besorgt zum Himmel.

Haltern

, 19.10.2018, 05:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Wasserstand im Halterner Stausee sinkt und sinkt, Seegelboote liegen inzwischen auf dem Trockenen und die Waldbrandgefahr bleibt weiterhin hoch. Seit Monaten bleiben ergiebige Regenfälle aus. Welche Folgen hat das aktuell? Wir haben nachgefragt beim Wasserversorger, beim Förster, beim Segler und beim Landwirt.

Trotz der inzwischen fortgeschrittenen Jahreszeit besteht weiter erhöhte Waldbrandgefahr. Regenfälle wären dringend erforderlich, sind aber weiter nicht in Sicht. „Wir haben die Feuerwachtürme in der Haard weiterhin besetzt, sind gerade dabei, die Arbeitsverträge mit den Feuerwächtern zu verlängern“, sagt RVR-Förster Harald Klingebiel vom Forsthof Haard. Fürs nächste Jahr werden weitere gesucht, ein Job auch für Rentner oder Studenten. Es gilt weiterhin die Waldbrand-Warnstufe 3 auf der bis 5 reichenden Skala.

Akut hat die Trockenheit zwar noch keine Auswirkungen auf die Bäume in der Haard. „Wir brauchen aber jetzt im Herbst im Prinzip zwei Monate Dauerregen, um die Wasserreservoire wieder aufzufüllen“, sagt Harald Klingebiel. „Beten wir für Regen!“

300 Schiffe müssen mit dem Autokran geborgen werden

Die Segelclubs am Halterner Stausee müssen wegen der niedrigen Wasserstände zu einer ungewöhnlichen Maßnahme greifen: An den nächsten drei Wochenenden werden alle 300 auf dem See liegenden Boote an der Gelsenwasser-Anlage mit einem Autokran aus dem Wasser gezogen werden. „Die DLRG transportiert jeweils zwei bis drei Boote, die miteinander verbunden werden, von der Stadtmühlenbucht mit dem Motorboot über den See“, sagt Mike Kestermann, 2. Vorsitzender des Segelclubs Prinzensteg. Das gemeinsame Auskranen wird zum ersten Mal durchgeführt. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir zum Ende der Saison einmal so einen niedrigen Wasserstand gehabt haben“, so Kestermann.

Die Bootsbesitzer stehen mit ihren Trailern auf dem Seebadparkplatz und werden einzeln zum Kran gerufen, wenn ihr Boot dort abgesetzt wird. Das Auskranen in der Stadtmühlenbucht oder das Benutzen der Slipanlagen ist nicht mehr möglich „Die liegen komplett auf dem Trockenen“, so Mike Kestermann. Im November rückt der kleine Saugbagger in der Stadtmühlenbucht an, um die Ausschwemmungen des Mühlenbachs abzusaugen und die Fahrrinne für die Möwe wieder frei zu baggern.

Segelboote im Halterner Stausee liegen wegen anhaltender Trockenheit im Matsch

Die Segelboote in der Stadtmühlenbucht liegen auf dem Trockenen. © Jürgen wolter

Die Wasserstände im Haltener Stausee beurteilt Magnus Meckelburg, Leiter des Wasserwerks, als nicht dramatisch. „Ähnliche Wasserstände, auch noch niedriger, hatten wir schon mehrmals.“ Die Lage sei keineswegs dramatisch, so Meckelburg.

Der Wasserstand im Hullerner Stausee betrage zurzeit 35 Prozent, erläutert Heidrun Becker, Pressesprecherin der Gelsenwasser AG die aktuelle Situation. „Der große See ist zurzeit zu 59 Prozent gefüllt, das südliche Staubecken am Wasserwerk und der See weisen zusammen eine Füllmenge von 64 Prozent auf.“

Bei weiter sinkenden Wasserständen hat die Gelsenwasser AG die Möglichkeit, Wasser aus dem Wesel-Datteln-Kanal zu entnehmen und in Senden in die Stever zu leiten.

„Das haben wir im Frühjahr bereits einmal getan“, sagt Heidrun Becker. In Absprache mit allen zuständigen Stellen wäre das auch wieder möglich. Das Wasser des Stausees gelangt erst über die Versickerungsbecken als Trinkwasser in die Wasserversorgung und wird dann zu den Verbrauchern gepumpt. „Die Trinkwasserversorgung ist weiterhin gewährleistet“, sagt auch Heidrun Becker. „Es ist nicht das erste Mal, dass der Stausee diese Wasserstände aufweist.“

Auf die Landwirte hat die Trockenheit keine Auswirkungen

Die Landwirte sehen die Situation zurzeit entspannt. “Die Ernte ist vorbei, von daher hat die Trockenheit zurzeit keine Auswirkungen. Lediglich die Zwischenfrüchte sind kleiner als sonst, aber das hat keine gravierenden Auswirkungen. Für die Aussaat des Getreides, die zurzeit läuft, sind das sogar ideale Bedingungen“, sagt Kreislandwirt Georg Schulte-Althoff.

Der morgendliche Tau sorge auf den Feldern und Weiden dafür, dass die Pflanzen zumindest oberflächlich auch Wasser bekämen, so Schulte-Althoff. „Wir haben allerdings auch die niedrigen Grundwasserstände im Blick und hoffen, dass sie sich über den Winter wieder auffüllen.“

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