Pfarrei St. Sixtus

Segnung homosexueller Paare – Halterns Pfarrer widerspricht empört Rom

Pfarrer Michael Ostholthoff von der katholischen Pfarrei St. Sixtus ist tief beschämt über die Erklärung aus Rom, dass homosexuelle Paare nicht gesegnet werden dürfen. Er widerspricht.
Michael Ostholthoff, leitender Pfarrer von St. Sixtus Haltern, ist beschämt über die Erklärung der römischen Glaubenskongregation. © Lukas Wittland

Zur Erklärung der römischen Glaubenskongregation, homosexuellen Paaren keinen kirchlichen Segen zu spenden, hat der leitende Pfarrer von St. SixtusHaltern, Michael Ostholthoff, im Namen der Pfarrgemeinde eine Erklärung verfasst. Daraus spricht viel Empörung.

Tief enttäuscht und beschämt habe die Pfarrgemeinde St. Sixtus die Erklärung der Glaubenskongregation in Rom aufgenommen, dass homosexuelle Paare nicht in unseren Kirchen gesegnet werden dürfen. „Der Begründungszusammenhang, dass nur so der Ehe ihr Alleinstellungsmerkmal erhalten werden kann, erschließt sich uns nicht“, erklärt der leitende Pfarrer Michael Ostholthoff. „Vielmehr verstehen wir unseren Auftrag als christliche Gemeinde so, allen Menschen in gleicher Weise die Liebe unseres Gottes zuzusprechen.“

Salbungsvolle Worte passen nicht zum Selbstverständnis

Und weiter: „Herabsetzung und Benachteiligung von Gruppen unserer Gesellschaft, und seien sie in noch so salbungsvolle Worte gekleidet, passen nicht zu unserem Selbstverständnis und unserer Berufung für die Welt.“ Es mache traurig, wenn gesellschaftliche Entwicklungen von der Amtskirche immer als bloßer Zeitgeist desavouiert werde.

In der Stellungnahme, die auch auf der Internetseite der Pfarrei zu lesen ist, heißt es weiter: „Wir wünschen unserer Kirche vielmehr das Zutrauen, in unserer Gegenwart mit ihren vielen Veränderungen auch das Wirken des Heiligen Geistes zu erkennen, der überall dort wirkt, wo Menschen zueinanderstehen, sich im Leben Halt und Stütze geben und füreinander da sind, denn wo Liebe ist, da ist auch Gott.“ Nachzulesen sei das bei Leo Tolstoi und im 1. Johannesbrief.

Insofern werde man in der Gemeinde St. Sixtus homosexuellen Paaren, die sich kirchlichen Segen wünschen, diesen auch spenden, betont Michael Ostholthoff.

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