„Sensenmann“ erklärt Hobbygärtnern in Haltern den Umgang mit der Sense

hzNabu-Kurs

Der richtige Umgang mit einer Sense bei der Mahd will gelernt sein. Bei einem Kurs des Nabu lernten Teilnehmer, wie man kräfte- und umweltschonend das Gerät einsetzt.

Haltern

, 15.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn der Sensenmann die Seestadt besucht, braucht sich niemand zu fürchten. Im Gegenteil: Der Sensenmann heißt Hartmut Winkels und ist Lehrer aus dem Bergischen Land. Er erläuterte bei einem Nabu-Kurs in Haltern, wie bei der Mahd mit der Sense brütende Vögel und Kitze geschützt werden. Mähdreschern hingegen fallen Jahr für Jahr viele Tiere zum Opfer.

Auf Einladung von Carola De Marco und Christian Lynen kamen sieben Teilnehmer aus der näheren und weiteren Umgebung in den Nabu Wildgarten am Schultenbusch. Einige Interessierte waren bis aus Paderborn und Osnabrück angereist.

Reichweite der Sense gibt Abstand vor

Das Sensen ging den Neulingen leicht von der Hand, dank guter Leihsensen und verständlicher Einführung durch den Sensenlehrer, der als Kursleiter bundesweit im Einsatz ist. Das Arbeiten mit dem rasiermesserscharfen Gerät ist nicht ungefährlich und erfordert Obacht und Rücksicht.

Die Reichweite der Sense gab auch beim Lehrgang in Haltern eine Mindestentfernung zum Nachbarn vor, somit konnte beim Arbeiten in der Wiese auf das Tragen von Corona-Masken verzichtet werden.

Während den Neulingen die Arbeit nach einiger Zeit dann doch „ richtig lange Arme“ machte, bewies Carola De Marco Durchhaltevermögen: „Es kommt sehr auf die richtige Haltung und Technik beim Mähen an. Wenn man kräfteschonend arbeitet, schafft man eine ganze Wiese in relativ kurzer Zeit ohne zu ermüden.“

Gut geschärft ist halb gesenst

Da das Mähen die Sensenblätter mit der Zeit abstumpft, stand im Anschluss auch das Dengeln der Sensenblätter auf dem Programm. Das Bearbeiten und Austreiben des Metalls mit einem abgerundeten Hammer und einem Dengelamboss ist eine Kunst für sich und wird auch als Kaltschmieden bezeichnet.

Hartmut Winkels, (l. stehend) erklärte am Samstag den Teilnehmern des NABU-Kurses den Umgang mit der Sense.

Hartmut Winkels, (l. stehend) erklärte am Samstag den Teilnehmern des NABU-Kurses den Umgang mit der Sense. © Antje Bücker

Das Mähen mit der Sense hat verschiedene Vorteile gegenüber Mähmaschinen. Dass dabei (abgesehen vom melodischen Klang beim Dengeln) so gut wie kein Lärm entsteht. Hartmut Winkels erklärte, dass mit der Sense nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden müsse. Dabei haben die Tiere Gelegenheit, vor dem Schnitter zu fliehen. Rehkitze, die sich bei Gefahr einfach nur flach auf den Boden pressen, werden vom Schnitter rechtzeitig entdeckt.

Winkels erzählte die rührende Geschichte eines Rebhuhns, das auf seinem Bodennest sitzen blieb, obwohl die Schnitterin vorsichtig um das Nest herum mähte.

Herkömmliche Methode schont die Umwelt

Die Mahd mit der Hand schont die tierische Artenvielfalt. Das lange Schnittgut eignet sich hervorragend als Einstreu und für die Fütterung von Haustieren und sogar zum Basteln. Was nicht verfüttert oder verbastelt wird, kann als Mulch aufs Gemüsebeet. Diese Art der Flächenkompostierung verbessert die Bodenstruktur und sorgt für die nächste gute Ernte. Ein weiterer Kurs ist im nächsten Jahr geplant.

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