Silbersee-II-Pläne: „Es geht nicht um Ballermannstimmung“

hzSilbersee-Geschäftsführer

Johann Lisser ist seit dem 8. Juni Geschäftsführer der Halterner Silbersee Vermietungsgesellschaft. Im Interview spricht der 38-Jährige über seine Pläne am Naturbadestrand Silbersee II.

Sythen

, 04.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er war bislang hauptsächlich in der Gastronomie- und Hotelberatung tätig, hat das nach eigener Aussage erste Beratungsunternehmen für Hostels gegründet. Johann Lisser ist gebürtiger Berliner, pendelt noch heute ab und zu zwischen der Bundeshauptstadt und Haltern am See. „Wer in Berlin geboren ist, kann der Stadt nicht so richtig den Rücken zuwenden“, sagt er. Derzeit aber ist er in Haltern besonders gefragt. Im Gespräch mit Ingrid Wielens sprach der Geschäftsführer der Silbersee Vermietungsgesellschaft über Pläne und Visionen im Zusammenhang mit dem Naturbadestrand.

Wie sind Sie eigentlich auf den Silbersee II gestoßen?

Ich bin vor fünf Jahren zum ersten Mal hierher gekommen. Ich hatte die Gastronomen vor Ort kennengelernt und war eingeladen worden. Damals habe ich gedacht: „Das kann doch nicht wahr sein, dass es hier so ein schönes Fleckchen Erde gibt.“

Sie sind seit Juni Geschäftsführer der Halterner Silbersee Vermietungsgesellschaft und machen den Eindruck, hier einiges ummodeln zu wollen.

Es wird auch einiges umgemodelt. Der bisherige Gesellschafter und Geschäftsführer hatte seine Tätigkeit am PC im Büro ausgeführt. Wir wollen aber hier vor Ort sein. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo alles umgekrempelt werden soll.

Zum Beispiel?

Schauen Sie sich zum Beispiel um. Ich möchte hier nicht mehr diese alten und kleinen Mülltonnen stehen haben. Ich möchte den Müll, so wie es auch am Stausee gehandhabt wird, trennen. Wir wollen hinten noch eine Müllpresse installieren. Umwelt- und Naturschutz spielen für mich eine große Rolle. Auch mit der Betreibergesellschaft wollen wir uns abstimmen. Das bekommen wir nicht alles sofort hin, aber in der nächsten Saison wollen wir auch Zeichen setzen.

Dabei wird es doch sicher auch um die Verkehrsproblematik gehen?
Die Zusammenarbeit mit der Stadt Haltern und der Polizei ist bereits sehr gut. Ich möchte außerdem versuchen, so weit wie möglich in die Verkehrslenkung unterstützend einzugreifen. Mithilfe der Kommunikation nach außen. Wir haben durch Online-Tickets oder andere Ticketsysteme die Möglichkeit, den Verkehr besser zu regulieren.

Hohes Verkehrsaufkommen, Müll - das sind nur einige Belastungen, denen die Menschen insbesondere in Lehmbraken ausgesetzt sind.

Wir wissen, dass die Nachbarn und die Stadt viel aushalten müssen. Ich möchte mich mit den Menschen an einen Tisch setzen und dann auch sagen, dass es nicht primär darum geht, Veranstaltungen zu machen, um die Gastronomie zu retten. Natürlich muss auch die Geld verdienen und wirtschaftlich arbeiten. Das geht aber auch anders. Beispielsweise werden 15.000 Besucher einer Open-Air- Veranstaltung mit klassischer Musik weniger Bahnhof und Umgebung belasten als 15.000 Badegäste.

An welche Art von Veranstaltungen denken Sie noch?

Es geht nicht um Ballermannstimmung, es darf doch auch mal eine Klassik-Veranstaltung sein oder ein Auftritt eines Comedians. Auch eine Silent Disco mit Kopfhörern darf es sein, vielleicht aber auch ein Udo Lindenberg oder ein Herbert Grönemeyer. Es geht um eine gewisse Bandbreite.

Die Verkehrsproblematik ist aber noch nicht gelöst.

Zunächst läuft eine solche Veranstaltung viel geordneter ab. Die Leute reisen zu einem bestimmten Zeitpunkt an. Natürlich gibt es da noch bestimmte Verkehrskomplikationen, aber hinsichtlich der Verbesserung der Infrastrukturen werden wir auch von der Betreibergesellschaft unterstützt.

Was ist bereits für nächstes Jahr geplant?

Nächstes Jahr sind die Urbanen Künste hier mit Skulpturen und Projekten. Da wollen wir gerne drumherum etwas basteln. Da wird nicht Jürgen Drews spielen, sondern vielleicht eher etwas aus der Musikrichtung Soul/Funk. Wir wollen auch eine andere Musik als bisher hier rein bringen.

Und eine andere Klientel?

Auf jeden Fall. Vielleicht sind uns manchmal weniger Leute, die ein bisschen mehr Geld bezahlen, auch mal ganz lieb. Aber ich bleibe zugleich dabei: Wir sind hier auch für den Ruhrpott eine Destination. Auch Familien sollen sich hier für ein paar Euro einen schönen Urlaubstag machen können.

Lesen Sie jetzt