So berührend ist das erste eigene Stück des Lea-Drüppel-Theaters

„Honk - anders als der Rest“

Vorhang auf für das 16-köpfige Ensemble junger Schauspieler und Sänger: Am Samstagabend war die Premiere des Musicalprojekts mit dem Stück „Honk! – Anders als der Rest“ im Lea-Drüppel-Theater. Dies wurde als „lebendiges Andenken“ an Lea, die beim Germanwings-Absturz 2015 ums Leben gekommen war, gegründet. Es wurde ein berührender Abend.

von Pia Stenner

HALTERN

, 26.11.2017, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
So berührend ist das erste eigene Stück des Lea-Drüppel-Theaters

Die Darsteller freuten sich über den Applaus. © Foto: Pia Stenner

Das Stück, das auf Hans Christian Andersens Märchen „Das hässliche Entlein“ beruht, findet seinen Schauplatz auf einer Geflügelfarm, auf der die Ente Ida (Paulina Sprenger) ihren Nachwuchs ausbrütet. Schon da fällt allen auf: Ein Ei ist größer als alle anderen. Und als das letzte Küken dann endlich aus seinem überdimensionalen Ei schlüpft, sind die entsetzten Worte des Vaters Erwin Erpel (Louisa Heitkamp): „Wir haben ein Monster gezeugt.“

Außer seiner Mutter steht keiner zu Gnomy (Felix Henze), dem großen Küken mit den krummen Beinen, das statt „Quak“ nur ein schiefes „Honk“ herausbringt und damit anders als alle anderen auf der Farm ist. Doch nicht nur der Spott der Enten, sondern auch ein böser Kater (Simon Nagel) machen Gnomy das Leben schwer. Nachdem er dem Schicksal als „hurtiges Häppchen für hungrige Hauskätzchen“ zu enden doch noch entgehen kann, verirrt er sich.

Die darauf folgende, abenteuerliche Reise des jungen Gnomy ließ die Zuschauer bunte, laute und fröhliche Momente im Wechsel mit ruhigen und sehr berührenden Duetten und Solostücken erleben. Alle diese Szenen waren durch die starken gesanglichen und schauspielerischen Leistungen der Darsteller gekennzeichnet, sodass das Publikum den ganzen Abend über immer wieder begeistert klatschte. Niclas Floer, der das Stück musikalisch leitete, räumte ein, dass es ein sehr schwieriges Musical sei, das sich aufgrund der vielen Tonarten- und Tempowechsel eigentlich eher für Profis eigne.

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„Unglaublich, was ihr geleistet habt“, fand auch Silke Eumann, die für die Regie verantwortlich war. Denn die Darsteller schafften es, authentisch in ihre Rollen zu schlüpfen. Aber auch die Inszenierung trug zu einem Gesamtbild bei, das die Zuschauer sichtlich beeindruckte. Dabei brauchte das Bühnenbild nicht viel mehr als die Schauspieler selbst. In ihren aufwendigen Kostümen, mit den Lichteffekten und natürlich der passenden Musik ließen sie ihr Publikum in die verschiedenen Stimmungen eintauchen.

Neben witzigen Stellen, an denen viel gelacht wurde, vermittelte das Stück aber auch eine wichtige Botschaft: Freundschaft, innere Werte, Fairness und Toleranz sind viel bedeutender, als genauso wie alle anderen zu sein. Denn „Anders ist nicht schlimm“, wie es Felix Henze als Gnomy sang. So wurde aus dem anfangs spöttisch gemeinten „Schau ihn an“ des Entenchors am Ende ein bewunderndes und anerkennendes „Schau ihn an“.

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