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So geht‘s nach dem Brand an der Münsterstraße in Haltern weiter

hzFeuerwehr-Großeinsatz

Die Münsterstraße bleibt nach dem Wohnhausbrand gesperrt - der zuständigen Behörde zufolge „erst einmal für 14 Tage“. Hier lesen Sie, wie es mit dem einsturzgefährdeten Haus weitergeht.

Haltern

, 11.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Mitglieder der Stadtverwaltung und weitere Beteiligte waren am Freitag an der Brandstelle. Ihre vordringlichsten Ziele: Das Haus so gut es geht zu sichern und die Sperrung der Münsterstraße möglichst schnell wieder aufzuheben. An dieser Stelle beantworten wir alle wichtigen Fragen nach dem Unglück.

? In welchem Zustand befindet sich das Unglückshaus?Ein Prüfstatiker hat am Freitagmorgen festgestellt, dass die Wand zwischen zwei Fenstern in der Dachgeschosswohnung stark einsturzgefährdet ist. Deshalb muss diese Front (zur Münsterstraße) mit einer Spange gesichert werden. Dazu wird ein Hubsteiger eingesetzt. Zurzeit gilt auf jeden Fall absolutes Betretungsverbot.

? Warum ist es so akut einsturzgefährdet?Es handelt sich, so sagt das städtische Bauordnungsamt, um ein Fachwerkhaus, das später verputzt wurde. Die Decken sind alle aus Holz und Lehm, die sich voll Wasser gesogen und entsprechend schwer und instabil geworden sind. Holzbalkendecken waren bis etwa 1940 bei Mehrfamilienhäusern üblich. Aktuell können Wind und Erschütterungen von Fahrzeugen Probleme bereiten. Deshalb muss der Bereich gesperrt bleiben.

So geht‘s nach dem Brand an der Münsterstraße in Haltern weiter

Die einsturzgefährdete Fassade wird mit einer Holzkonstruktion gestützt. © Benjamin Glöckner

? Wann darf die Polizei ins Haus?Laut Auskunft des städtischen Bauordnungsamtes wird an dem Haus ein Gerüst angesetzt, um loses Material aus den Wohnungen zu schaffen und damit die Decken zu entlasten. Für Unabwägbarkeiten sorgen Zwischendecken, die die Eigentümer zur Reduzierung der Deckenhöhen eingezogen haben. Die ursprünglichen drei Meter hohen Decken war übrigens reich mit Stuck verziert; der Bauherr war Stuckateur. „Wir gehen erst ins Dachgeschoss, wenn sicher ist, dass der Fußboden nicht einstürzen kann“, betont Polizeisprecher Michael Franz.

? Wird es möglich sein, die Ursache zu ermitteln?Die Polizei hofft, dass in der Dachgeschosswohnung, in der das Feuer ausgebrochen ist, möglichst wenig durch Sicherungsmaßnahmen verändert wird. Bei der Spurensuche wird sich die Polizei auch auf den Sachverständigen der Hausversicherung stützen. Anzeichen für Brandstiftung liegen nicht vor. Den Grund für das Feuer kann die Polizei frühestens Mitte nächster Woche nennen. Voraussetzung dafür ist, dass sie die Wohnung betreten kann. Die Frage nach der Ursache müsste offen bleiben, wenn ein Betreten mit Lebensgefahr verbunden wäre. Die Obduktion des verstorbenen 63-jährigen Wohnungseigentümers findet laut Polizei Anfang der kommenden Woche statt.

? Ist mit einem Abriss des Hauses zu rechnen?Stadtsprecher Georg Bockey weiß nicht, wann eine Entscheidung über die Zukunft des Hauses getroffen wird. Ob es wegen Totalschadens abgerissen oder doch noch saniert wird, hängt von dem hinzugezogenen, externen Gutachter ab. Natürlich werden die Eigentümer der Wohnungen einbezogen sowie die Erben des verstorbenen 63-Jährigen, dem die Dachgeschosswohnung gehörte.

? Wie können Halterner helfen?Die Stadt steht in ständigem Kontakt mit den Betroffenen und bietet bei Bedarf Hilfe an. Wer etwas spenden möchte oder eine Wohnung für das Ehepaar hat, das vorübergehend in einer Ferienwohnung unterkommen ist, kann sich unter der Handynummer 0178 6366945 melden. Aktuell wird Herrenkleidung in der Größe 52-54 gesucht.

So geht‘s nach dem Brand an der Münsterstraße in Haltern weiter

Auf dem Breitenweg bilden sich Staus vor der Kreuzung zur Münsterstraße (links im Bild). © Kevin Kindel

? Wie geht‘s mit der Straßensperrung weiter?

Weil das betroffene Haus einsturzgefährdet ist, steht eine große Stützkonstruktion auf der Straße. Sie ist von der Kreuzung zum Breitenweg/Im Dahläckern bis etwa zum Autohaus Stephan gesperrt, Fußgänger können die Absperrung passieren. „Die Sperrung ist erst einmal für 14 Tage angesetzt“, sagt Michel von Scherenberg, Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW.

? Was wird gegen die Staus am Breitenweg getan?

Eine weiträumige Umleitung sollte am Freitag ausgeschildert werden: über Hullerner Straße und Stockwieser Damm einmal um den Stausee und Sythen herum. So sollen vor allem Lastwagen aus den Wohngebieten herausgehalten werden. Einige Halterner regen an, die Ampel an der Kreuzung Münsterstraße/Breitenweg auszustellen, weil sie noch die gesperrte Münsterstraße bevorzugt. „Wir müssen gefährliche Situationen nicht herausfordern“, sagt dazu Bianca Kläsener von der Straßenmeisterei. Man wolle die bisherige Schaltung übers Wochenende bestehen lassen und erst am Montag auswerten, wie sich der Verkehr mit den Umleitungsschildern verändert hat.

? Was sagen die Betriebe, die von der Sperrung betroffen sind?

Martina Stephan vom Hyundai-Autohaus lobt die Polizei für ihre „sehr kooperative“ Arbeit seit dem Brand. Das Autohaus ist normal geöffnet, die Kunden können es vom Kreisverkehr aus Richtung Sythen erreichen. Auch der Parkplatz des normal geöffneten Dänischen Bettenlagers ist von dort aus anzufahren.

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