Die kleine Kneipe „Zum Mühlentor“ an der Mühlenstraße hat den Zapfhahn zugedreht. © Schrief
Schließen oder kürzen

So verändert sich gerade Halterns Gaststätten- und Kneipenwelt

In den 70er-Jahren war es unmöglich, an einem Abend durch alle Kneipen der Stadt zu ziehen. So viele gab es. Heute sieht es mau aus: Einige schließen, andere kürzen den Service. Oder wagen Neues.

Seit sieben Jahren führt Werner Heinz die Gaststätte Haus Sundern auf einer kleinen Anhebung am Eingang des Stadtforstes. Das rustikale Wirtshaus bietet sich nach Waldspaziergängen für eine Einkehr geradezu an. Schnitzel, Salatteller, Gulaschsuppe: Auf der Speisekarte stehen Gerichte für den kleinen und großen deftigen Hunger. Doch Werner Heinz kocht nur noch auf Bestellung.

Die Corona-Pandemie hat für den Gastronomen vieles verändert. Geöffnet wird Haus Sundern allein nach Terminvereinbarung, außerdem bietet Werner Heinz einen Partyservice an. „Das Tagesgeschäft habe ich aufgegeben“, sagt er auf Nachfrage. Wegen der Pandemie und ihren Einschränkungen habe er nicht mehr planen können: „Ich kann doch nicht immer wieder von vorne anfangen.“ Außerdem beklagt er, was allen gastronomischen Betrieben zu schaffen macht: Es findet sich kein Personal mehr.

Für die griechische Taverne zeichnet sich eine Lösung ab

Werner Heinz gibt allerdings auch offen zu, dass sich das Tagesgeschäft im Haus Sundern nicht mehr lohnt. „Alle strömen in der Freizeit an den Stausee. Nur wenn es dort zu voll ist, kommen die Ausflügler zu mir.“ Nach Zufallsprinzip lasse sich ein Betrieb nicht wirtschaftlich führen.

Die Taverna Samos hat geschlossen, aber ein neuer Pächter soll in den Startlöchern stehen. „Lasst euch überraschen“ steht im kleinen Schaukasten angeschlagen. © Schrief © Schrief

Inmitten der Pandemie gaben Monika Glykeria (eine gebürtige Griechin) und Ralf Kurkowitz ihre Taverna Samos in der Rekumer Straße aus privaten Gründen auf. Seit dem 1. Februar 2018 führten sie das Lokal (früher Peiken Heinz, dann Don Camillo). Auf der Speisekarte sollte sich, so der Wunsch von Monika Glykeria, die griechische Lebensart widerspiegeln.

Ende 2019 pachtete das Ehepaar zusätzlich die Gaststätte Weseler Tor an der Ecke Lavesumer-/Weseler Straße mit zwei Kegelbahnen; diese führt es nun weiter.

Gastronomie in Lavesum öffnet nur nach Buchung

An der Rekumer Straße wird es nicht beim Leerstand bleiben. Die Gaststätte mit 80 Innen- und 32 Außenplätzen wird im Internet zur Vermietung angeboten. Laut Auskunft der Eigentümer gibt es eine Reihe von Interessenten, noch in diesem Monat denke man an eine Vertragsunterzeichnung mit einem Partner aus der gehobenen Gastronomie. Dann könnte auch die 4. Kompanie der Schützengilde Haltern zurück in ihr Stammlokal.

Das Tannenhäuschen öffnet zurzeit nur für besondere Feiern.
Das Tannenhäuschen öffnet zurzeit nur für besondere Feiern. © Lydia Klehn (A) © Lydia Klehn (A)

Wie das Haus Sundern öffnet auch das Tannenhäuschen in Lavesum derzeit nur noch nach Vereinbarung und nur für Veranstaltungen. Das Tannenhäuschen ist deshalb zum Beispiel nicht mehr beim Menuekarussell dabei. Im Juni 2014 übernahmen Heinz-Josef, Sigrid und Maximilian Schmitz aus Recklinghausen die idyllisch gelegene Gastronomie am Hennewiger Weg. Hier kam sonst mittwochs bis sonntags modern interpretierte deutsche Küche auf die Teller.

Zwei Stammkneipen haben den Zapfhahn zugedreht

Dicht gemacht hat vor wenigen Wochen die kleine Kneipe Zum Mühlentor an der Mühlenstraße. Hier hat die 8. Kompanie der Schützengilde ihren Stützpunkt. Für die Kneipe wird ein Nachmieter gesucht. Hermann Höwedes, Hauptmann der 8. Kompanie, hofft sehr, dass das gelingt.

Das Alte Gasthaus Döbber an der Lippstraße, eine beliebte Stammkneipe der Halterner, hat geschlossen. Es wird ein Nachmieter gesucht. © Schrief © Schrief

Auch die Jalousien vom Alten Gasthaus Döbber sind herunter gelassen. Der letzte Pächter ist ausgezogen, jetzt steht im kleinen Schaukasten an der Tür angeschlagen „neu zu vermieten“. Das Alte Gasthaus Döbber ist Stammlokal der 6. Kompanie der Schützengilde Haltern.

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Elisabeth Schrief

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