Spanische Lebensfreude und Bach-Sonaten im Römermuseum

hzMusik im Römermuseum

Einen musikalischen Hochgenuss mit herausragenden Musikern boten die Kulturstiftung Masthoff, das Römermuseum und die Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit aus Münster rund 100 Gästen.

von Antje Bücker

Haltern

, 22.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Konzertreihe „Musik im Römermuseum“ war „eine Veranstaltung unter erschwerten Corona-Bedingungen“. Das hatte Dr. Horstfried Masthoff (Vorstand der Kuturstiftung Masthoff) gleich zu Beginn erklärt. Die Pandemie-Bedingungen mache Künstlern und Kulturschaffenden durch unzählige abgesagte Veranstaltungen sehr zu schaffen. Für das zahlreiche Erscheinen der Gäste am Mittwochabend bedankte sich die stellvertretende Museumsleiterin Lisa Stratmann. „Leider müssen Sie ja auch auf Ihren Plätzen während des Konzerts Ihre Masken aufbehalten“, sagte sie bedauernd.

Pianistin konnte wegen Ausreiseverbot nicht auftreten

Wegen der Corona-Pandemie war es auch zum Ausreiseverbot der norwegisch-chinesischen Pianistin Jie Zhang aus Norwegen gekommen, die eigentlich zusammen mit der Violinistin Liv Migdal das Programm bestreiten sollte. Den Veranstaltern war es dann aber quasi in letzter Minute gelungen, mit dem Gitarristen Krzysztof Meisinger einen sehr würdigen Ersatz zu finden.

Die junge Geigenvirtuosin Liv Migdal ist in Haltern keine Unbekannte. Schon viermal war sie im Römermuseum mit ihrem leidenschaftlich-expressivem Spiel aufgetreten. 2010 ist sie mit dem GWK-Förderpreis ausgezeichnet worden und gastiert als Solistin und Kammermusikerin in Europa, Australien und China. Die in Herne geborene Wahlberlinerin wurde vielfach mit internationalen Musikpreisen und Stipendien ausgezeichnet und ist mit namhaften Orchestern und Dirigenten zu Gast in renommierten Konzertsälen.

Nicht minder beeindruckend ist die Biografie des klassischen Gitarristen Krzysztof Meisinger. Der Gewinner zahlreicher renommierter Musikwettbewerbe und Stipendiat des polnischen Kulturministeriums tritt regelmäßig auf Festivals weltweit auf und arbeitet ebenfalls zusammen mit namhaften Orchestern.

Ein komplettes Konzert auswendig gespielt

Am Mittwoch eröffneten die beiden Künstler das abwechslungsreiche Programm mit Pablo De Sarasates „Carmen-Fantasie“ und brachten damit die temperamentvolle, spanische Lebensfreude in den zum Konzertsaal umfunktionierten Ausstellungsraum des Museums.

Etwas getragener, aber nicht weniger virtuos ging es weiter bei Johann Sebastian Bachs Sonate G-Dur BWV 1021 und der Sonate e-Moll BWV 1023. Ihre herausragende Musikalität bewies die Violinistin auch dadurch, dass sie keinerlei Noten zur Vorlage benötigte. Das komplette Konzert hatte sie auswendig im Kopf.

Das perfekt abgestimmte Zusammenspiel der beiden Instrumente bei den rasanten Rhythmus- und Tempiwechseln von Astor Piazzollas L’Histoire du Tango mit unfassbar großer Präzision belohnten die Zuhörer mit stürmischem und lang anhaltendem Applaus.

Weitere Konzerte in der Reihe „Musik im Römermuseum – Konzerte junger Meister“ sind geplant. Ob sie wegen der Pandemie noch durchführbar sind, muss sich allerdings zeigen.

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