Die Sperrung des Zugangs zur Personenunterführung am Bahnhof Haltern hatten am Montagmorgen einige Pendler nicht eingeplant. © Jürgen Wolter
Bahnhof Haltern

Sperrung am Bahnhof Haltern erwischt einige Pendler kalt – Bahn warnt

Seit Montag ist der Zugang zur Personenunterführung am Bahnhof Haltern an der Gebäudeseite gesperrt. Nicht alle Pendler waren darauf vorbereitet. Das führt mitunter zu äußerst riskantem Verhalten.

Erneute Behinderungen am Bahnhof in Haltern: Einige Bahnreisende marschierten am Montagmorgen schnellen Schrittes vom Bahnhof Haltern über den Bahnhofszufuhrweg, die Recklinghäuser Straße und den Ikenkamp zur Personenunterführung am Pendlerparkplatz. Andere mussten sogar einen Zwischensprint einlegen. Bahnreisende müssen in dieser Woche einen etwa 15-minütigen Umweg in Kauf nehmen.

Der Grund ist die Sperrung des Fußgängertunnels vom Bahnhofsgebäude zum Mittelbahnsteig. Dort werden in dieser Woche die Betonstufen eingebaut, die die bisher nur provisorisch fertiggestellte Treppe ersetzen.

„Wie bitte?“, fragt eine Pendlerin entsetzt, als sie direkt vor der Sperrung steht. Offensichtlich steht sie unter Zeitdruck. Sie will zum Regionalexpress Richtung Münster auf den gegenüber liegenden Bahnsteig. Wenig später schon fährt der Zug, der nur über den Umweg erreichbar ist, in den Bahnhof ein.

Zwei Bahn-Mitarbeiter informieren die Reisenden

Die Deutsche Bahn hat zwei Mitarbeiter an beiden Seiten der Personenunterführung postiert, die den Reisenden die Situation und den Weg zum Eingang an der gegenüber liegenden Seite erklären. „Wir haben hier außerdem rote Fußabdrücke auf den Boden geklebt, die den Reisenden den Weg zum Eingang auf der anderen Seite zeigen“, sagt einer der Mitarbeiter. „Es waren allerdings schon einige hier, die von der Sperrung nichts wussten. Das ist am ersten Tag normal. Ich denke, das wird sich in den nächsten Tagen einpendeln.“

Rote Fußabdrücke wiesen den Bahnpendlern den Weg zum Mittelbahnsteig - ein Umweg von 15 Minuten.
Rote Fußabdrücke weisen den Bahnpendlern den Weg zum Mittelbahnsteig – ein Umweg von 15 Minuten. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Nach unserem kurzen Gespräch ist die Pendlerin zwei Minuten später plötzlich schon auf dem Mittelbahnsteig zu sehen. Die Frau besteigt den Zug nach Münster. „Wenn sie nicht geflogen ist, ist sie über die Gleise gelaufen“, scherzt der Bahnmitarbeiter, der allerdings eindringlich davor warnt. „Es ist lebensgefährlich, über die Gleise zu steigen. Hier kommen oft auch Schnellzüge durch, die nicht in Haltern haltern. So ein Zug ist schneller da, als man ahnt. Das kann extrem gefährlich werden“, betont er.

Bundespolizei: Wird der Zug gesehen, ist es meistens schon zu spät

Auch die Bundespolizei warnt ausdrücklich vor einem solchen Verhalten: Züge seien heute deutlich schneller und leiser als früher. Würden sie gesehen oder gehört, sei es meist schon zu spät. Der Bremsweg eines Zuges, der mit 100 bis 160 Kilometer pro Stunde unterwegs ist, betrage bis zu einem Kilometer, erklärt die Bundespolizei weiter.

Die Sperrung des Tunnelzugangs bleibt voraussichtlich noch bis Freitag (7. Mai) bestehen. Wer die Züge auf dem Mittelbahnsteig erreichen will, sollte deshalb den Umweg zeitlich einplanen.

Unterdessen gehen die Arbeiten am Bahnhof weiter. An der Außenfassade wird noch gearbeitet, der Fußgängertunnel wird grau gefliest. „Nach aktuellem Stand können auch die Aufzüge im Bahnhof wie geplant im Laufe des 2. Quartals in Betrieb gehen“, teilt die Bahn außerdem mit. Ein Ende der Beeinträchtigungen am Halterner Bahnhof ist indes nicht in Sicht: Arbeiten am Bahnsteig werden auch im Mai wieder für Zugausfälle und Fahrplanänderungen sorgen.

Über den Autor
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Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter
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