Sprengung erforderlich: Granaten-Alarm an der Flaesheimer Straße

hzFlakgranate entschärft

Auf einer Freifläche der Quarzwerke in der Bauerschaft Westleven bei Flaesheim ist am Dienstag eine Flakgrante entschärft worden. Den brisanten Sprengkörper hatte ein Passant entdeckt.

Flaesheim

, 06.10.2020, 09:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war 10:02 Uhr als am Dienstagmorgen ein lauter Knall an der Flaesheimer Straße zwischen Flaesheim und Ahsen auch aus mehreren hundert Metern Entfernung zu hören war. Die Wucht einer kontrollierten Sprengung schleuderte Erde und Geröll mehrere Meter hoch in die Luft und verursachte eine deutlich sichtbare Staubwolke. Kurz darauf erfolgte die erlösende Nachricht: „Auftrag erledigt, die Sperrung der Straße kann wieder aufgehoben werden.“

Durch Zufall entdeckt

Auf einer Freifläche der Quarzwerke, in der Nähe eines kleinen Campingplatzes, gerade eben auf Dattelner Stadtgebiet, hatte ein Passant am Montag durch Zufall eine Flakgranate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt und den Fund des Blindgängers gemeldet. Umgehend wurden erste Maßnahmen getroffen. So wurde beispielsweise ein Mitarbeiter beauftragt, die Fundstelle über Nacht abzusichern. Unklar war zunächst, ob die Fundstelle auf Halterner oder Dattelner Stadtgebiet liegt.

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Am frühen Dienstagmorgen rückten schließlich Horst Schöwe und Peter Asmussen vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg aus. Aber warum war eine kontrollierte Sprengung der im Durchschnitt 12,8 Zentimeter großen und etwa 26 Kilo schweren Flakgranate erforderlich?

Diese Metallsplitter sind die Überbleibsel der gesprengten Granate.

Diese Metallsplitter sind die Überbleibsel der gesprengten Granate. © Winkelkotte

„Diese Granate ist mit einem Kopfzünder versehen. Es handelt sich dabei um einen Zeitzünder“, erläuterte Horst Schöwe. Solche Stahl-Geschosse seien im Krieg zur Flugabwehr eingesetzt worden. „Sie sollten nach einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Höhe explodieren. Die extreme Splitterwirkung eines solchen Geschosses sollte Luftfahrzeuge untauglich machen.“ Aufgrund ihrer Bauart seien die Zünder von Flakgranaten äußerst fragil. „Deshalb sind wir bei einem Fund eines solchen Blindgängers angehalten, eine kontrollierte Sprengung vor Ort vorzunehmen.“ Vergleichbare Granaten gäbe es häufiger in einem kleineren Kaliber. „Das hier ist schon ein sehr großes und starkes Kaliber“, so Schöwe.

Evakuierungen nicht erforderlich

Nach einer kurzen Lagebesprechung unter allen Einsatzkräften, darunter auch Mitarbeiter der Feuerwehr, Polizei und Ordnungsämter der Städte Haltern und Datteln wurde die Flaseheimer Straße um kurz vor 10 Uhr vorübergehend für den Verkehr blockiert. Denn: In einem Radius von knapp 200 Metern rund um den Fundort musste das Gelände gesperrt werden. Die Schifffahrt auf dem Kanal war nicht von dieser Maßnahme betroffen. Evakuierungen waren ebenfalls nicht erforderlich.

Die Flaesheimer Straße musste für die Sprengung rund 20 Minuten gesperrt werden.

Die Flaesheimer Straße musste für die Sprengung rund 20 Minuten gesperrt werden. © Winkelkotte

Nach rund 20 Minuten konnte die Sperrung dann schon wieder aufgehoben werden. Horst Schöwe und Peter Asmussen hatten ihren Einsatz erfolgreich beendet. „Es ist alles so gelaufen, wie wir uns das im Vorfeld vorgestellt hatten“, zog Horst Schöwe zufrieden Bilanz.

Weitere Maßnahmen seien nun nicht geplant, so Horst Schöwe. „Die Granate ist hier nicht ursprünglich zum Liegen gekommen. Sehr wahrscheinlich wurde sie hierhin gerbracht, möglicherweise mit einem LKW, der ausgehobenes Erdreich angeliefert hat.“ Es sei aufgrund verschiedener Störungsumstände auch in diesem Fall nicht möglich, das Gelände per Metalldetektor nachzudetektieren.

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