Kindergarten in der alten Halterner Grundschule soll noch größer und damit teurer werden

hzMartin-Luther-Schule

Die Stadt wirft ihre Pläne noch einmal um: Der neue Kindergarten in der ehemaligen Martin-Luther-Grundschule wird größer und deshalb auch teurer.

Haltern

, 13.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Umbau der ehemaligen und jetzt leer stehenden Martin-Luther-Grundschule am Hennewiger Weg ist beschlossene Sache. Rat und die zuständigen Gremien haben eindeutig dafür votiert. Jetzt kommt das Thema noch einmal auf die Tagesordnung.

„In den vergangenen Wochen wurden weitere Gespräche mit dem zukünftigen Träger, dem Deutschen Roten Kreuz, geführt. Dabei wurde angeregt, die neue Kita angesichts der großzügigen Platzverhältnisse zu einer vier- statt dreigruppigen Einrichtung umzubauen“, sagt Jugendamtsleiter Gisbert Drees. Ähnliche Überlegungen habe es vorab auch schon im Jugendamt gegeben.

Außenfläche knapp bemessen

Die Stadt war allerdings skeptisch. Denn ein Gruppenraum muss dann im Souterrain untergebracht werden, außerdem ist die Spielfläche vor dem Gebäude relativ knapp bemessen. Doch das Landesjugendamt als Genehmigungsbehörde hat keine Einwände. Die Außenfläche sei zwar knapp bemessen, reiche aber für 70 Kinder aus.

Die neuen Pläne allerdings kosten Geld. Die Bausumme erhöht sich um rund 122.000 Euro und damit auf fast 1,4 Millionen Euro. „Die Verwaltung ist allerdings der Ansicht, dass die Entscheidung angesichts der weiter steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen sinnvoll ist“, erklärt Drees in der Vorlage zum Ausschuss Bauen und Verkehr.

Landesförderung zu erwarten

Die Stadt kann mit Landesmitteln rechnen. Wird die Maßnahme als Umbau eingestuft, werden 90 Prozent von 13.000 Euro pro Platz bezuschusst, für einen Neubau gibt es 90 Prozent von 30.000 Euro pro Platz. Die Entscheidung fällt, wenn die Stadt einen entsprechenden Förderantrag stellt. Dafür müssen der Ausschuss Bauen und Verkehr am 17. September, der Ausschuss Generationen und Soziales am 19. September sowie Hauptausschuss und Rat (8 und 10. Oktober) den neuen Bau- und Finanzierungsbeschluss mittragen.

Die neue Kita soll im Sommer 2020 in Betrieb gehen. Ein ambitionierter Zeitplan. Aber die Verwaltung ist nach den schlechten Erfahrungen an der Lohausstraße vorsichtig geworden. In der Vorlage zu den Sitzungen heißt es: „Der Termin kann nur vorbehaltlich eines reibungslosen Ausschreibungs- und Vergabeverfahrens sowie Baufortschrittes eingehalten werden.“

Kommentar

Bei Erweiterung ist Chaos vorprogrammiert

Wenn die Verwaltung vorschlägt, die ehemalige Martin-Luther-Schule statt zu einem Drei- zu einem Vier-Gruppen-Kindergarten auszubauen, tut sie das aus wirtschaftlicher Sicht und aus der Erfahrung heraus, dass bislang alle Anstrengungen mit Neu- und Anbauten oder Aufstockung von Gruppen nicht ausreichten, um genügend Betreuungsplätze bieten zu können. Mit einer vierten Gruppe in der Schule verschafft sich die Stadt erst einmal Luft. Die Politik muss noch zustimmen, aber die Stadt kann ihrer Gefolgschaft sicher sein. Mit einer veränderten Planung erhöht sich der Druck auf die Stadt, die schon jetzt kritische Parkplatz-Situation zu regeln. Wenn künftig morgens 140 Kinder vor den beiden Kitas auf dem Martin-Luther-Schulgelände abgesetzt und abends wieder abgeholt werden, ist das Chaos mit gefährlichen Situationen vorprogrammiert. Bereits jetzt, mit einer Kita, wissen Autofahrer schon nicht wohin. Die Stadt arbeite an Varianten, heißt es von offizieller Seite. Doch die Parkplatz-Frage muss angesichts der Enge in diesem Bereich des Hennewiger Weges und auch mit Rücksicht auf die Anwohner dringend vor dem Umbau geklärt werden. Zu sagen, die Kinder sollen zu Fuß oder mit dem Rad gebracht werden, ist zu kurz gedacht. Was ist beispielsweise mit den Berufstätigen, die den Weg zur Arbeit für den Bringedienst nutzen oder den Eltern, die nicht in der direkten Umgebung der Kitas wohnen? Eine vernünftige Lösung sollte nicht am Kleinen – an Parkplätzen - scheitern.
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