Hacker schleusen über E-Mails oder über andere Wege Schadsoftware in die Computersysteme von Nutzern - mit oftmals katastrophalen Folgen für die Betroffenen. © picture alliance/dpa
Hackerangriff

Stadtverwaltung in Haltern erhält vermehrt Mails von Cyber-Kriminellen

Ein groß angelegter Hackerangriff hat vor gut einer Woche die Stadtverwaltung in Witten lahmgelegt. Kann so etwas auch in Haltern passieren? Wir haben nachgefragt.

Mitte Oktober ist die Stadt Witten Opfer eines Hackerangriffes mit massiven Folgen geworden. Betroffen waren die technischen Systeme der Stadt. Dadurch war die Stadtverwaltung tagelang komplett lahmgelegt. Nach ersten Erkenntnissen haben Hacker offenbar eine Schadsoftware ins Netz eingeschleust, die die Systeme zum Erliegen gebracht hat. Ob die Software über eine E-Mail ins System gelangte oder über einen anderen Weg, darüber herrscht noch Unklarheit.

Auch die Stadt Haltern erlebt immer wieder, dass Betrüger versuchen, Zugriff auf die Systeme zu erlangen. „Angriffe auf die Stadt über Mails mit Links auf Schadsoftware konnten vermehrt verzeichnet werden. Das Ausführen der Schadsoftware konnte allerdings bisher von den Sicherheitsfunktionen verhindert werden“, teilt Stadtsprecherin Sophie Hoffmeier auf Anfrage mit.

Der zentrale Internetzugang der Stadt Haltern am See läuft über die Gemeinsame Kommunale Datenzentrale (GKD) Recklinghausen. Die GKD ist der IT-Dienstleister für die Kreisverwaltung und acht Stadtverwaltungen im Kreis (nur Marl und Herten haben sich anderen Rechenzentren angeschlossen). Sie registriert nach eigenen Angaben jeden Tag selbst rund 110 ernst zu nehmende Cyberangriffe auf ihre IT-Infrastruktur. Bislang sei jedoch kein Schaden angerichtet worden, so die GKD.

Von der Stadt heißt es, man könne nicht sagen, ob einer der besagten Angriffe konkret gegen die Stadt Haltern am See gerichtet war.

Sophie Hoffmeier: „Das Thema Informationssicherheit spielt bei der Stadt Haltern eine große Rolle. Deshalb beteiligen wir uns auch an einem dazu aufgelegten Projekt bei der GKD Recklinghausen.“ Ziel dieses Projektes sei unter anderem die Gewährleistung der kommunalen Basisabsicherung nach den Richtlinien des Bundesamts für Sicherheit und Informationstechnik. „Im Rahmen dieses Projekts sind unter anderem auch Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen geplant. In der Vergangenheit haben auch bereits entsprechende Veranstaltungen stattgefunden.“

Sören Kuhn, Geschäftsführer der GKD in Recklinghausen, hat bereits vor einiger Zeit gegenüber der Recklinghäuser Zeitung erläutert, wie die GKD als vorgeschaltetes Sicherheitssystem die Angriffe der Cyber-Kriminellen bereits beim Eingang zu erkennen sucht: „Alle elektronischen Nachrichten, die an Mitarbeiter der angeschlossenen Verwaltung adressiert sind, werden auf den Servern der GKD einer ersten Sicherheitsprüfung unterzogen. Doch am Ende tragen die Beschäftigten die Verantwortung, ob sie dem Absender vertrauen, ob sie auf Links klicken oder Anhänge öffnen.“ Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es nie, so Kuhn.

Häufig spähten Cyberkriminelle ihre Opfer in sozialen Netzwerken aus und nutzen die öffentlich zugänglichen Informationen dann, um persönlich klingende E-Mails zu formulieren.

Über die Autorin
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Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
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Ilka Bärwald

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