Die Wohnanlage im Elterbreischlag © Ingrid Wielens
Seniorengerechte Wohnungen

Statt lebendig eher trostlos: Wohnungsleerstand im Elterbreischlag

Mitten im Elterbreischlag sollte ein lebendiges Quartier für Alt und Jung entstehen. Doch von den Träumen ist nichts geblieben. Die meisten Wohnungen stehen leer. Das hat verschiedene Gründe.

Eine passende Wohnung in Haltern zu finden, ist gar nicht so einfach, denn die Stadt ist als Lebensmittelpunkt begehrt. Auf einem Filetstück mitten im Neubaugebiet Elterbreischlag ist ein Gebäudekomplex entstanden, aber die meisten der 35 neuen seniorengerechten Mietwohnungen stehen leer. Dabei sind sie schon seit Mai 2020 bezugsfertig. Wie passt das zusammen?

Es habe verschiedene Gründe, warum in die meisten Wohnungen noch niemand eingezogen ist, erklärte Markus Arenskötter auf Anfrage. Der Immobilienmakler bietet die 35 Wohneinheiten im Auftrag des Eigentümers, dem Vermögensverwalter Swiss Life Asset Managers mit Standorten in ganz Europa, an.

Mängel bei der Infrastruktur

Der Preis allein sei nicht entscheidend, führte Markus Arenskötter aus und sagte: „Die Wohnungen sind nicht preisgünstig.“ Auf einem Immobilienportal im Netz werden die Einheiten in unterschiedlichen Größen zwischen 67 bis 111 Quadratmeter mit einer Miete von 936 bis 1681 Euro beworben.

Es seien auch Aspekte der Infrastruktur, die es schwierig machten, die Wohnungen zu vermieten. Der Halterner Immobilienmakler nennt hier die schweren Brandschutztüren, die der Gesetzgeber vorschreibe. Sie seien in den fünf Neubauten im Elterbreischlag nicht elektrisch betrieben, womit es besonders älteren Menschen schwerfalle, diese zu öffnen.

Bei der Planung der seniorengerechten Wohnungen sei außerdem nicht bedacht worden, überdachte Stellplätze für Elektro Scooter und Rollstühle oder auch E-Bikes vorzusehen. Von älteren Interessenten der Wohnungen würden diese vermisst. Generell sei es ein Problem, die Wohnungen im Erdgeschoss zu vermarkten, denn hier würden häufig Sicherheitsbedenken geäußert. Auch sei es bisher nicht gelungen, eine der großen Wohnungen im Dachgeschoss des Komplexes zu vermieten. Alleinstehende mit normalem Einkommen oder Rentenbezügen können sich diese wohl kaum leisten.

Markus Arenskötter gibt an, dass bisher zehn Wohnungen im Elterbreischlag bezogen sind. Service wie Hausmeister, Gartenpflege inklusive Winterdienst und Reinigungsfachkraft für die Treppenhäuser werde trotzdem geleistet.

Trotzdem wirkt der Gebäudekomplex trostlos, weil der Leerstand so offensichtlich ist. Dabei sollte er ursprünglich ein Treffpunkt für Alt und Jung im Quartier werden. Doch vom Konzept mit Betreuten Wohnungen in fünf Stadtvillen ist nichts übrig geblieben.

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Silvia Wiethoff

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