Syrische Familie Shabo ist nach langer Wohnungssuche endgültig in Haltern angekommen

Syrische Familie

Für die syrische Familie Shabo ist ein Traum wahr geworden. Denn lange war sie in Haltern auf der Suche nach einer Wohnung. Wir haben die fünfköpfige Familie im neuen Zuhause besucht.

Haltern

, 18.02.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die syrische Familie Shabo hat sich bestens eingelebt im neuen Zuhause. Bei der Suche haben Margret und Reinhold Zihla (hinten) geholfen.

Die syrische Familie Shabo hat sich bestens eingelebt im neuen Zuhause. Bei der Suche haben Margret und Reinhold Zihla (hinten) geholfen. © Ingrid Wielens

„Drei Kinder? Das ist viel zu laut. Und dann noch eine Familie aus Syrien? Wir haben schon genug Probleme mit Deutschen.“ Solche oder ähnliche Sätze und Vorurteile haben die Shabos lange zu hören bekommen. Im Mai 2019 hatte ihre Suche nach einem Zuhause in Haltern begonnen. Das Haus, in dem sie zu dem Zeitpunkt in der Seestadt wohnten, soll abgerissen werden. Eine Wohnung, vielleicht sogar ein kleines Häuschen mit kleinem Garten wünschten sich Mutter Aziza (39), Vater Abdelkarim (43) zusammen mit ihrer Tochter Aynour (13) und den beiden Söhnen Youssef (12) und Ahmed (9). Doch kein Vermieter wollte ihnen etwas anbieten. Nach einem Bericht der Halterner Zeitung schließlich stellte sich der ersehnte Erfolg dann doch noch ein.

Die Familie lebte zunächst am Lorenkamp

Ein Hauseigentümer meldete sich bei den Geflüchteten. Zu bieten hatte er ein kleines Haus mit 100 Quadratmetern Wohnfläche zur Miete. Seit dem 1. November lebt Familie Shabo bereits dort. „Wir sind sehr sehr glücklich“, sagt Aziza Shabo, als sie im Wohnzimmer am Breitenweg schwarzen Tee reicht. Mit Zucker. Dazu ein Glas Wasser.

Die Mutter war 2015 zunächst allein mit ihren Kinder nach Haltern gekommen. Die vier lebten in der Flüchtlingsunterkunft am Lorenkamp. Ein Jahr später kam Vater Abdelkarim nach. Im Mai 2018 bezog die Familie eine Wohnung im Mehrfamilienhaus neben dem katholischen Friedhof. Das Gebäude soll bald abgerissen werden - ein Neubau ist dort geplant.

Tatkräftige Unterstützung durch Paten-Ehepaar

Zusammen mit Margret und Reinhold Zihla machte sich Familie Shabo auf die zermürbende Suche nach einer neuen Unterkunft. Die Zihlas sind Paten der Shabos - sie helfen auch bei Behördengängen, Schriftwechseln und Telefonaten. Auch die Freizeit verbringt man regelmäßig miteinander. „Die beiden gehören zur Familie“, sagt Aziza Shabo.

Große Vorfreude auf den Garten

Ihre drei Kinder freuen sich nun nicht nur über ihre eigenen Zimmer, die sie neuerdings haben. Auch im Garten wollen sie mit anpacken. Zwiebeln, Salat, Gemüse sollen dort wachsen. Und Blumen. Mutter Aziza liebt Rosen.

Auf dem kleinen Rasenstück soll im Sommer ein Plastikpool stehen. Wenn der Platz noch reicht, auch ein kleines Trampolin, meint Ahmed, der Jüngste im Haus.

Familie Shabo ist angekommen. Endgültig. Aziza lacht: „Alles ist schön“, sagt sie. Ihr Mann hat einen Job als Fliesenleger. Der Vermieter ist „sehr nett“. Stadt und Einkaufsmöglichkeiten, aber auch die Schulen der Kinder sind gut zu Fuß und mit dem Rad zu erreichen. Und die Zihlas wohnen ganz in der Nähe. Und wieder lacht Aziza Shabo, als sie feststellt: „Probleme gibt es jetzt keine mehr.“

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