Nicht alle Halterner Unternehmen bewerten die Testpflicht für Unternehmen positiv. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Testpflicht für Mitarbeiter: Nicht alle Halterner Firmen sind begeistert

Im Zusammenhang mit der bundesweiten Notbremse soll auch eine Angebotspflicht für Schnelltests für Unternehmen kommen. Bei Halterner Unternehmen stößt das auf ein geteiltes Echo.

Nach den Schulen und Kitas soll künftig auch am Arbeitsplatz regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. Die bundesweite Notbremse enthält einen Abschnitt, in der Arbeitgeber künftig eine Angebotspflicht für Schnelltests haben – eine Testpflicht für Arbeitnehmer gibt es dagegen nicht.

Und wie bewerten Halterner Firmen diesen Schritt? „Wir sehen das Testen als eine positive Maßnahme, um auch mit diesem Zusatzinstrument – zusätzlich zu allen weiteren Vorsorgemaßnahmen – in Unternehmen verantwortungsvoll mit der Pandemiesituation umzugehen“, sagt Heidrun Becker, Pressesprecherin von Gelsenwasser.

„Hätten uns einen Test für die Mitarbeiter im Testzentrum gewünscht“

Thomas Liedtke von den Stadtwerken sieht das Testen zwar als wichtigen Baustein im Kampf gegen die Pandemie an. Aber: „Als Arbeitgeber hätten wir aber auch die Option gesehen, dass wir für unsere Mitarbeitenden einen Test im benachbarten Testzentrum an der Seestadthalle organisieren.“

Günter Irmen, Geschäftsführer von Elkaderm, sieht die Angebotspflicht für Schnelltests kritisch. „Dies ist wieder eine dieser völlig abwegigen und nicht zu Ende durchdachten Entscheidungen der Politik auf dem Rücken der Wirtschaft.“ Er findet, dass es in Haltern bereits an vielen Stellen die Möglichkeit zum kostenlosen Test gibt. Zudem rechnet er vor, dass sein Unternehmen bei zwei Tests pro Woche pro Mitarbeiter insgesamt etwa 1000 Euro im Monat einplanen muss.

Lieferzeit von vier bis sechs Wochen

Die Firma Gelsenwasser hat bereits Tests für die Belegschaft besorgt. „Seit vier Wochen bietet Gelsenwasser allen Mitarbeitenden an allen Standorten Selbsttests an“, sagt Becker.

Bei den Stadtwerken sind die Tests vor wenigen Tagen eingetroffen. Die Beschaffung lief problemlos. Aber: Es habe Lieferzeiten von etwa vier bis sechs Wochen gegeben, berichtet Liedtke. Bei Elkaderm gibt es derzeit noch keine Schnelltests. Geschäftsführer Irmen meint auch, dass ein von Mitarbeitern selbst veranlasster Test völlig ausreichen würde.

Bei den Stadtwerken wird vor Ort getestet

Die Stadtwerke bereiten momentan das Testangebot für die Belegschaft vor. „Drei Mitarbeitende werden so geschult, dass sie die Tests vor Ort fachkundig begleiten können. Auch um die notwenigen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel die Beschaffung von Schutzkleidung, haben wir uns gekümmert“, teilt der Pressesprecher mit.

Im Zusammenhang mit der Angebotspflicht stellen sich für Elkaderm-Chef Irmen auch noch einige Fragen: „Wie ist mit einem möglichen positiven Test umzugehen? Muss dieser dem Gesundheitsamt gemeldet werden? Wie ist der entstandene Abfall zu entsorgen?“

Weitere Firmen aus Haltern am See wollten sich auf Anfrage nicht zum Thema äußern.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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