Von Physiotherapeut zum Tierfilmer: Mark Besten filmt Dachse und Waschbären in Haltern

hzNachts im Wald

Wildtierdokus direkt aus der Nachbarschaft: Der Halterner Mark Besten filmt Dachse, Waschbären und Wildschweine in Haltern am See. Hier sehen Sie einige seiner faszinierenden Aufnahmen.

Haltern

, 28.05.2019, 11:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beruflich macht er eigentlich etwas ganz anderes: Über seine Wanderleidenschaft ist der Physiotherapeut Mark Besten in den vergangenen Monaten zum Tierfilmer geworden. „In dem heißen Sommer 2018 bin ich häufiger mal nachts wandern gegangen“, erzählt der 47-Jährige: „Da hab ich im Licht meiner Stirnlampe regelmäßig reflektierende Tieraugen gesehen. Ohne erkennen zu können, ob das Rehe, Füchse oder Wildschweine waren.“

Schnell wuchs das Interesse, zu erfahren, welchen Lebewesen er da auf seinen nächtlichen Streifzügen begegnet. Also begann die Recherche. „Ich habe mir durchgelesen, wie die Tiere leben, was sie fressen und wo sie zum Beispiel schlafen.“ Um mehr Eindrücke zu sammeln, legte sich Besten eine Wildkamera zu.

Ab 50 Euro sind die Geräte zu haben, die erst aufnehmen, wenn sich etwas vor der Linse bewegt. „Eine Woche lang hab ich die Kamera zuerst hängen lassen, bis ich die Bilder ausgewertet habe“, sagt der Halterner. Da seien schon beim ersten Versuch Rehe und Wildschweine mit kleinen Frischlingen zu sehen gewesen.

Dann begann die Suche nach Dachsen und Waschbären: Drei Monate lang hat Mark Besten ausprobiert und weiterrecherchiert, um die perfekte ruhige Ecke zu finden, an der die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung am höchsten ist. „Dann hab‘ ich diesen riesigen Bau gefunden, der von Dachsen sein musste“, erzählt der 47-Jährige.

Mehrere Kubikmeter Erdreich seien offensichtlich zum Bau der Unterkunft bewegt worden: „Eingänge so groß, dass ich reinkriechen könnte“, so Besten. Wo sich die Stelle genau in Haltern am See befindet, möchte er nicht verraten, damit dort nicht mehr Menschen unterwegs sind, die die Tiere stören könnten.

Laut Naturschutzbund Nabu wird geschätzt, dass in NRW 3000 bis 3500 Dachse leben. „Da die Jagd auf Dachse ausschließlich aus Tradition geschieht und die erlegten Tiere nicht verwertet werden, fordert der Nabu, Dachse aus dem Jagdrecht zu streichen“, schreiben die Naturschützer auf ihrer Internetseite.

Dachsbauten werden von vielen Generationen bewohnt

Dachse werden bis zu 90 Zentimeter lang und 20 Kilogramm schwer. „In der Regel werden die großen, weitverzweigten Erdbauten von vielen Generationen mitunter über 100 Jahre bewohnt“, so der Nabu. Gelegentlich würden die Bauten auch gemeinsam mit Füchsen bewohnt.

Das hat Mark Besten auch mit seiner Halterner Wildkamera dokumentiert. Auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht er seine Filme - bei wöchentlichen Uploads habe er schon genug Material, um vier Wochen im Voraus die Veröffentlichungen zu planen. „Als nächstes kommen Filme über Waschbären und Frischlinge“, verspricht der Halterner.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt