Tina Uhländer legt mit Streunerkatzen-Projekt Zwangspause ein „Es ist für mich einfach das Beste“

Tina Uhländer steht vor einem Zaun und hält eine Box in der Hand, mit der Streunerkatzen eingefangen werden.
Tina Uhländer legt mit dem Streunerkatzen-Projekt eine Zwangspause ein. © Ingrid Wielens
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Seit fast zwölf Jahren kümmert sich Tina Uhländer mit ihrem privaten Hilfsprojekt in Haltern um freilebende Katzen. Neben Fang- und Kastrationsaktionen zur Eindämmung der Streuner-Population, der Sicherung von Totfunden im Stadtgebiet und der täglichen Betreuung von Futterstellen, ist sie als Ansprechpartnerin rund um das Thema Katzenschutz mittlerweile eine feste Institution.

Doch seit ein paar Monaten ist es ruhig um sie und ihre Streuner geworden. Füllten bis Mitte des Jahres Beiträge mit Fotos, Videos und Erfahrungsberichten rund um die tägliche Tierschutzarbeit die sozialen Medien, ist seit August von einer Zwangspause zu lesen, die die 44-Jährige aufgrund einer Erkrankung einschieben musste.

„Eigentlich hatte ich gehofft, die aktive Arbeit im kommenden Jahr wieder aufnehmen zu können, aber ich merke, dass ich noch etwas Erholung brauche“, so die Tierfreundin enttäuscht. „Nach langem Ringen bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass es für mich einfach das Beste ist, wenn ich noch ein paar Monate Pause dranhänge, um dann 2024 wieder mit vollem Elan durchzustarten, neue Kastrationsaktionen zu realisieren und als Ansprechpartner wie gewohnt präsent sein zu können. Sonst bin ich schneller wieder außer Dienst als mir lieb ist!“

Keine Vertretung

Leicht habe sie sich diese Entscheidung nicht gemacht, gibt die „Streunermutter“ zu, jedoch müsse sie nun vorrangig an ihre Gesundheit denken. Was sie sehr überrascht habe, so Uhländer, seien die vielen Nachrichten, die sie nach Verkündung der Zwangspause Anfang August erhalten habe. Es sei ihr gar nicht bewusst gewesen, wie wichtig das Streunerkatzen-Projekt Haltern am See scheinbar geworden sei.

Die aufmunternden Worte ihrer Follower gäben ihr ein Stück weit Kraft, sich auf ihre Genesung zu konzentrieren und auf den Neustart hinzuarbeiten. Eine Vertretung für ihr Projekt sei in dieser Zeit zwar nicht vorhanden, so die Aktivistin, jedoch sei sie zuversichtlich, dass die Menschen sich während der Projektpause anderweitig Hilfe holen oder sogar selbst aktiv würden, falls sie Tieren in Not begegneten.

Zukunft des Projektes ungewiss

„Es gibt rund um Haltern einige Tierschutzvereine und -projekte, die zumindest mit Tipps weiterhelfen können. Ich erwarte von den Kollegen und Kolleginnen natürlich nicht, dass sie meine Arbeit in den nächsten Monaten ersetzen. Dafür haben alle in ihren Bereichen selbst genug zu tun. Aber oft reicht es ja schon, telefonisch Hilfestellung zu geben, wenn ein Tier in Not gefunden wird. Das beruhigt mich etwas und nimmt mir den Druck, schnell wieder gesund sein zu müssen.“

Ob beziehungsweise wie sich das Streunerkatzen-Projekt nach der Pause neu organisiere, stehe noch nicht fest, so Uhländer. Ziel sei es aber, im besten Fall die nächsten zwölf Jahre ohne Unterbrechung zu überstehen und die Tierschutzarbeit wie gewohnt zu leisten.