Tod nach Feier: 29-Jähriger bei tragischem Unglück in Haltern von Zug erfasst

hzPolizei ermittelte

Bei einem tragischen Unglück ist ein 29-Jähriger aus Haltern ums Leben gekommen. Der junge Mann war nach einem Disco-Besuch auf die Schienen geraten.

Haltern

, 22.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er hatte wohl mit Freunden in der Stadtmühle in Haltern gefeiert. In den frühen Morgenstunden des 13. Oktobers (Sonntag) verließ er dann die Discothek. Warum der 29 Jahre alte Halterner sich zu diesem Zeitpunkt zu den gegenüberliegenden Bahnschienen begab - darüber kann nur spekuliert werden. Um 6.40 Uhr jedenfalls ging der Alarm bei der Bundespolizei ein, die Kriminalpolizei des Kreises Recklinghausen wurde ebenfalls verständigt. Der junge Halterner war von einem Zug getötet worden. Der Lokführer, der eine Person im Gleisbereich liegen gesehen hatte, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Das hat die Polizei des Kreises Recklinghausen jetzt auf Anfrage mitgeteilt.

„Keine Fremdeinwirkungen, kein Suizid“

Wie Sprecherin Ramona Hörst erklärte, gebe es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. „Nichts deutet auf Einwirkungen von außen hin“, so Hörst. Gleichzeitig aber gebe es auch keine konkreten Hinweise auf eine Selbsttötung, betonte sie. Das Fazit der Polizei-Sprecherin: „Es ist davon auszugehen, dass es sich bei diesem Fall um einen Unglücksfall handelt.“

Auch die anschließenden Befragungen im Umfeld hätten keine Hinweise für einen möglichen Verdacht erbracht, dass der 29-Jährige sich mit Selbstmordabsichten gequält hätte. Ebenfalls habe es keine Abschiedsbriefe oder Äußerungen des Mannes gegeben, die auf einen geplanten Suizid hingewiesen hätten, führte Ramona Hörst aus. Möglicherweise aber sei am Abend des tragischen Geschehens Alkohol im Spiel gewesen.

„Einzäunen ist nicht möglich“

Ob das Unglück hätte vermieden werden können, wenn die Schienen nicht frei zugänglich gewesen wären? Auch diese Frage muss unbeantwortet bleiben.

Die Deutsche Bahn wollte sich nicht zu dem Unfall äußern. Forderungen nach einem Zaun, der die Bahnschienen von der Straße „Im Mühlbachtal“ und im Fortlauf vom Westuferpark abtrennt, erteilte die Sprecherin allerdings eine Absage. „Aufgrund der Größenordnung ist das leider nicht möglich“, erklärte sie.

Die Deutsche Bahn verfüge deutschlandweit über ein 33.000 Kilometer umfassendes Streckennetz, das auch durch bewohnte Gebiete führe. Hinzu kämen 5700 Bahnhöfe und Haltepunkte in Städten und Gemeinden. „Somit wäre ein Zaun mit einer Länge, die zweimal um den Äquator reicht, erforderlich“, führte die Sprecherin aus.

Entlang der Bahnstrecke auf Höhe des Halterner Westuferparks und der Stadtmühle sind wegen der angrenzenden Wohnbebauung Lärmschutzwände auf der gegenüberliegenden Seite installiert. In der Vergangenheit hatte es bereits Todesfälle auf diesem Streckenabschnitt gegeben. Wegen der leichten Dammlage des Gleisbetts zum Park und zur Stadtmühle sehe man aber keinen Handlungsbedarf für einen Zaun, hieß es.

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