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Adrenalin pur beim Wettkampf der Traktor-Fahrer auf dem Prickings-Hof

hzTractor-Pulling

Beim Tractor-Pulling muss ein Traktor einen Anhänger, der ihn ausbremst, ziehen - so weit wie möglich. Um sich in dieser Disziplin zu messen, wurde es am Sonntag voll am Prickings-Hof.

von Pia Stenner

Sythen

, 20.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Schon von Weitem hört man die Motoren knattern, riecht den Diesel in der Luft und sieht, wie sich dunkle Rauchschwaden über der Wiese am Prickings-Hof verteilen. Der Grund: Traktor-Fahrer aus ganz Deutschland, einer sogar aus der Schweiz sind am Sonntag hierher gekommmen, um sich im Tractor-Pulling zu messen. Jedes Jahr findet der Wettkampf der Deutschen Trecker-Treck-Organisation (DTTO) in Sythen auf einer großen Wiese am Prickings-Hof statt.

Den Bremswagen so weit wie möglich ziehen

Auf einer einhundert Meter langen Bahn aus lehmiger Erde müssen die Traktoren einen hinten angeketteten Bremswagen ziehen, so weit sie kommen. Die Bremswagen, die extra für den Sport konzipiert sind, tragen ein Gewicht, das sich während des sogenannten Pulls immer weiter nach vorne verlagert. So wird der Traktor immer stärker gebremst. Wer am weitesten kommt, gewinnt.

„Wichtig dabei ist die Leistung des Schleppers, aber auch die technische Raffinesse und vor allem die Geschicklichkeit des Fahrers“, erklärt Benedikt Schulte-Althoff. Er und sein 35-köpfiges Tractor-Pulling-Team Haltern haben eine Woche lang alles für die Veranstaltung aufgebaut: Die einhundert Meter Strecke für die Pulls, die Bierzelte, Musikboxen an Kränen und Bauzäune rundherum, damit auch alles sicher bleibt.

Kaum Frauen im typischen Männersport

Unter dem Zelt, wo schon die Pokale bereitstehen, trägt Sarah Jäger aus dem Tractor-Pulling-Team Haltern die Zeiten der Hobbysportler in eine Liste ein. Später am Nachmittag ist sie selbst dran, sie startet aber schon in der Sportklasse, mit feuerfestem Overall und Helm. „Das sind dann Traktoren, die extra für die Pulls gebaut sind und keine Nummernschilder haben“, erklärt sie.

Jäger ist neben einer anderen Fahrerin die einzige Frau, die an den Start geht. Sie habe am Anfang gedacht, das sei ein typischer Männersport. Doch dann habe sie die Technik entdeckt und begeistert. „Man muss auf die Einspritzpumpe gucken, schauen, wie man den Diesel besser einstellt - das sind so einige Kniffe, die man draufhaben muss“, sagt sie.

850 PS und Adrenalin pur

Damit ist sie nicht die Einzige hier am Prickings-Hof. Rund um die Wiese wimmelt es nur so von Traktoren, einige Teams sind sogar mit Lkw angereist. Den weitesten Weg hatte ein Teilnehmer aus der Schweiz. In den unterschiedlichen Klassen Hobbysport, Bauernsport, Sport, und Supersport sind die Starts auf den Tag verteilt gestaffelt.

Und wenn es dann am Mittag auch für Sarah Jäger in der Sportklasse losgeht, mit 850 PS auf einhundert Metern, dann sei das Adrenalin pur. „Viele Leute stehen auf Achterbahnen. Bei mir ist das so: Overall an, anschnallen, Helm auf - das find ich klasse.“

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