„Traumreise trotz Corona“: Halternerin Olga Pelster malt ihren Urlaub

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Die Halterner Künstlerin Olga Pelster fühlte sich aufgrund der Coronakrise in ihrem Schaffen eingeschränkt und isoliert - bis sie eine Traumreise in Bildern startete.

Haltern

, 31.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Olga Pelster ist gerade von der griechischen Insel Santorin zurückgekehrt. Sie hat dort in der Abendsonne gesessen, sich ein Glas Rotwein gegönnt und das Leben genossen. Kurz zuvor hat sie Venedig besucht und sich mit einer Gondel zur nahe gelegenen Insel San Giorgio Maggiore übersetzen lassen. Herrlich!

Wie die Halternerin das gemacht hat? Keine Sorge, die Corona-Auflagen hat sie nicht verletzt. Den Urlaub hat Olga Pelster nur in ihrer Fantasie verbracht und darüber unter dem Titel „Traumreise trotz Corona“ auf Facebook berichtet.

Von jedem Ausflug bringt sie eine Erinnerung

Von jedem Ausflug hat die frei schaffende Künstlerin eine gemalte Erinnerung mitgebracht, sieben sind es bisher, Halbzeit. Auch ein Motiv aus dem kleinen Fischerdorf Atrani an der italienischen Amalfiküste sowie aus Alberobello, einer Stadt in Apulien, hat Olga Pelster ihrem Urlaub im Kopf bereits hinzugefügt. Sie malte eines der sogenannten Trulli. Das sind weiß getünchte Steinhäuser mit kegelförmigem Dach, die Alberobello zum Unesco Weltkulturerbe machten.

Eine Traumreise in Bildern von Olga Pelster from Ruhr Nachrichten on Vimeo.

„Für mich ist das fast eine Therapie“, sagt die gebürtige Russin, die seit 2012 in Haltern lebt. Die Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben sie nicht nur beruflich, sondern auch emotional getroffen. „Mir fehlt der direkte Kontakt zu den Menschen“, sagt sie. Nach einigen Tagen des Lockdowns sei sie traurig gewesen und habe sich sozial isoliert gefühlt. Deshalb suchte sie sich eine Aufgabe und kam auf die Idee, eine künstlerische Traumreise anzutreten, zu der sie via Internet Begleiter einlädt.

Unter dem Titel „Waldspaziergang" stellte Olga Pelster Bilder im Café Artempause am Gantepoth aus. Mittlerweile wird sie auch aus dem Ausland angefragt, sich an Ausstellungen zu beteiligen.

Unter dem Titel „Waldspaziergang" stellte Olga Pelster Bilder im Café Artempause am Gantepoth aus. Mittlerweile wird sie auch aus dem Ausland angefragt, sich an Ausstellungen zu beteiligen. © Jürgen Wolter

Die Motive der Künstlerin „sprechen“ von Sonne und Meer

Ihr Mann Andreas Pelster musste nicht lange überredet werden, sich zu beteiligen. „Wo wollen wir denn heute hinfahren?“, habe er gleich zu Beginn des Projekts gefragt. Ihre Motive entdeckte die Künstlerin im weltweiten Netz. Entschieden hat sie sich bisher für Vorlagen, die Sonne und Wärme übermitteln und am Meer liegen. „Dabei bin ich in Griechenland und Italien noch gar nicht gewesen“, sagt sie und lacht. Ihre Familie ziehe es in der Realität meist in den Norden, nach Schweden oder Norwegen.

Olga Pelster geht auf Traumreise und bringt von jedem Ausflug Erinnerungen mit.

Olga Pelster geht auf Traumreise und bringt von jedem Ausflug Erinnerungen mit. © Silvia Wiethoff

„Beim Malen der Bilder habe ich mich wirklich wie im Urlaub gefühlt“, beschreibt Olga Pelster, dass ihre selbst gewählte „Therapie“ bei der Überwindung der aktuellen Krise angeschlagen hat. Zurzeit renoviert sie einige Räume in ihrem Wohnhaus, die sie bald als Atelier nutzen will. Dann sollen hier, so Corona es zulässt, auch Workshops stattfinden.

Sobald es die Umbauarbeiten zulassen, will Olga Pelster den zweiten Teil ihrer „Traumreise trotz Corona“ antreten. Man darf gespannt sein, wohin sie der Weg führen wird.

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