Trockenheit verringert erneut die Ernteerträge in Haltern

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Es war drei Jahre hintereinander zu trocken. Auch 2020 fallen die Ernteerträge der Halterner Landwirte wieder geringer aus als normal.

Haltern

, 05.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch 2020 sind die Ernteerträge der Halterner Landwirte wieder nicht üppig ausgefallen. „Es war jetzt drei Jahre hintereinander zu trocken“, sagt Kreislandwirt Georg Schulte-Althoff. „Das wirkt sich nachhaltig negativ auf die Ernteerträge aus.“

Inzwischen haben einige Landwirte bereits mit der Maisernte begonnen. Im Frühjahr waren die Maispflänzchen sehr klein und drohten im Staub auf den Feldern zu vertrocknen. Gerade noch rechtzeitig fiel dann etwas Regen, so dass die Pflanzen noch wachsen konnten.

„Trotzdem hat die Kolbenbildung nicht das Normalmaß erreicht“, sagt Georg Schulte-Althoff. Die Erträge sind aber regional durchaus unterschiedlich, da nicht überall die gleiche Wassermenge zur Verfügung stand. Ausreichend Wasser ist die Voraussetzung für die Fruchtbildung beim Mais.

Erträge fallen regional unterschiedlich aus

Auch Ludger Winkelkotte, der Vorsitzende des Ortsverbands Haltern im landwirtschaftlichen Kreisverband Recklinghausen bestätigt, dass es kein einheitliches Bild bei der Ernte gibt. „Es gibt Maisfelder, auf denen jetzt schon geerntet wird, da sind die Erträge schlecht. An anderen Stellen steht der Mais dagegen noch voll im Saft, hier wird auch noch nicht geerntet, da werden die Erträge besser ausfallen.“

Entscheidend sei vor allem die Beschaffenheit der Böden, erläutert Ludger Winkelkotte. In Haltern gibt es sowohl leichte, sandige wie auch schwere, lehmige Böden. „Die ersten speichern das Wasser nicht und dort haben es die Pflanzen schwerer, wenn es wenig regnet.“ Sandige Böden gebe es beispielsweise im Bereich Lippramsdorf, Berg-Bossendorf und Hamm-Bossendorf oder auch zum Teil in Hullern.

Futtermittel müssen zugekauft werden

Auch die Getreideernte sei geringer ausgefallen als normal. „Beim Gras gab es nur einen Grasschnitt“, sagen Georg Schulte-Althoff und Ludger Winkelkotte. „Der zweite Schnitt war kaum nennenswert.“ Auch Pferdeheu stehe nicht in der normalen Menge zur Verfügung. „Im Bereich Haltern werden vorrangig Futtermittel angebaut. Für die Schweinemast, lässt sich Mais zukaufen, schwieriger wird es für die Rinderhaltung, wenn Futter nicht ausreichend zur Verfügung steht“, sagt Georg Schulte-Althoff.

Die Landwirte sehen in den geringen Niederschlägen ein Grundsatzproblem: Sie reichten nicht aus, den Grundwasserspiegel ausreichend stabil zu halten. Drei Jahre Trockenheit hintereinander haben das Problem verstärkt. „Die Ernteerträge fallen insgesamt vielleicht ein wenig besser aus als im Vorjahr, bleiben aber auf seinem sehr niedrigen Niveau“, so Ludger Winklelkotte. „Genaue Zahlen lassen sich aber nicht nennen, weil die Erträge durchaus unterschiedlich sind.“

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