Trödelmarkt für Arco Iris auf dem Halterner Heimatfest findet nicht mehr statt

hzFür Kinder in Bolivien

Der Kreis „Halterner Familien“, der über 30 Jahre lang beim Heimatfest für das bolivianische Kinderhilfswerk Arco Iris Trödel verkauft hat, macht Schluss. Pater Josef Neuenhofer ist traurig.

Haltern

, 23.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Mehr als 30 Jahre lang hat ein Halterner Familienkreis auf den Heimatfesten am oberen Ende der Rekumer Straße Trödel verkauft. Mit dem Erlös unterstützte er die Arbeit von Pater Josef Neuenhofer und seinem Hilfswerk „Arco Iris“. Dabei handelt es sich um Projekte, die ausgestoßenen, auf der Straße lebenden Kindern in der bolivianischen Hauptstadt La Paz wieder eine Perspektive vermitteln.

„Wir zweifeln nicht am Sinn“

„Wir zweifeln nicht an der Arbeit von Pater Neuenhofer“, stellt Ulrich Wessel vom Familienkreis klar, „er wird weiterhin Unterstützung aus Haltern erfahren.“ Das geschieht aber nicht mehr über den Trödelmarkt, sondern über das Joseph-König-Gymnasium.

Die Schule hat Arco Iris als Patenprojekt angenommen. So wird der Erlös des Sponsorenlaufs alle zwei Jahre nach Bolivien überwiesen, das sind immerhin bis zu 24.000 Euro. Unterstützung geschieht auch durch aktive Arbeit. Immer wieder reisen Schüler nach dem Abitur nach Bolivien und arbeiten für eine gewisse Zeit in den Projekten.

Trödelmarkt für Arco Iris auf dem Halterner Heimatfest findet nicht mehr statt

Nils Freundt war als Freiwilliger in Bolivien, er ging mit den Schuhputzern auf die Straße. © Privat

Doch die Hilfe durch den Familienkreis fällt nun definitiv weg. „Wir brauchen Nachfolger und die haben wir nicht finden können“, sagt Ulrich Wessel. Mit fünf Paaren ist der Kreis 1987 bescheiden gestartet. Damals passten die Trödel-Spenden noch auf einen Pritschenwagen, zuletzt musste stets ein 7,5-Tonner besorgt werden. Das Prozedere sah so aus: Die Halterner konnten vor dem Heimatfest Trödel an der Marienkirche abgeben, die Familien haben ihn sortiert, in rund 400 Bananenkisten verpackt, zum Heimatfest gefahren, ausgepackt und wieder eingepackt.

Die Organisatoren sind an ihre Grenzen gestoßen

Das kostete viel Zeit, aber auch viel Kraft. „Wenn man all diese Kisten schleppt, merkt man, dass man irgendwann aufgrund des Alters an seine Grenzen kommt“, gibt Ulrich Wessel ganz realistisch zu. „Von unserem Kreis, alle um die 60 Jahre alt, ist die Organisation einfach nicht mehr allein leistbar, obwohl uns sporadisch immer Freunde unterstützt haben.“

Die intensive Suche nach Nachfolgern blieb allerdings erfolglos. Und das, obwohl sich trotz aller Arbeit das Trödeln gelohnt hat. Der Familienkreis hatte ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Heimatfest - und fast immer gutes Wetter. Die Erlöse stiegen im Laufe der Jahre von 3000 DM auf 13.000 Euro.

Ebay als Konkurrenz

Doch es hat sich noch etwas verändert. Früher gaben die Halterner auch wertvollere Sachen als Spenden ab. In den letzten Jahren, seit es Ebay gibt, versucht jeder erst einmal, Geschäfte im Internet zu machen und der Rest geht zum Trödel. Da konnte der Familienkreis Umsatz nur noch über Masse machen, weniger über Qualität.

Zuletzt zeichneten die Familien Wessel, Wesseler und Damberg für den Trödelmarkt verantwortlich. Sie wollen Pater Neuenhofer in jedem Falle verbunden bleiben. Der Padre ist allerdings ganz traurig über den Entschluss.

Trödelmarkt für Arco Iris auf dem Halterner Heimatfest findet nicht mehr statt

Pater Josef Neuenhofer schenkt Straßenkindern in Bolivien Hoffnung. Regelmäßig besucht er seine Freunde in Haltern. © Elisabeth Schrief

Regelmäßig alle zwei Jahre kommt er nach Haltern und berichtet von der Arbeit mit den Straßenkindern in La Paz. Mit bewundernswerter Haltung kämpft er für seine Schützlinge, die ansonsten verlassen wären.

Der Kreis dankt allen, die in den Jahren die Arbeit von Arco Iris in La Paz durch das Spenden von Trödel oder durch den Kauf unterstützt haben. Die Verantwortlichen betonen, dass sie die Unterstützung von Arco Iris weiterhin als sinnvoll und notwendig ansehen. Und die Freundschaft zu „Padre José“ bleibt sowieso.

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