Umbau zur Kita ist teurer als erwartet - Parteien ärgern sich über die Stadt

hzMartin-Luther-Schule

Der Umbau der ehemaligen Martin-Luther-Grundschule zu einem Drei-Gruppen-Kindergarten wird teurer als angenommen. FDP und Wählergemeinschaft machen der Stadt Vorwürfe.

Haltern

, 20.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem die Verhandlungen mit dem TuS Haltern über die Beteiligung an einem neuen Kindergarten an der Stauseekampfbahn ins Leere liefen, entschieden Politik und Verwaltung sich für den Umbau der Martin-Luther-Grundschule am Hennewiger Weg. Im November 2018 ging die Verwaltung mit einer Kostenschätzung von 874.520 Euro in die zuständigen Ausschüsse und den Rat. Jetzt wird der Umbau um fast 400.000 Euro teurer. Das stellte sich nach einem Rundgang mit Fachplanern heraus.

Zwei Gegenstimmen

Deshalb wird neu diskutiert, aber die Stadt sieht keine Alternative. Sie muss Kindergartenplätze schaffen. Der Ausschuss Bauen und Verkehr stimmte den höheren Ausgaben mehrheitlich zu, die FDP und auch die Wählergemeinschaft übten allerdings deutliche Kritik und votierten gegen den Beschlussentwurf der Verwaltung.

Andy Zimmermann (FDP) ist der Ansicht, dass eine Verteuerung den Bürgern nicht zu vermitteln sei. Als ähnlich negatives Beispiel führte er den Anbau an die Feuer- und Rettungswache in Haltern-Mitte an. Auch hier lag die Stadt vor neun Jahren mit ihrer Kostenschätzung falsch und setzte trotz Mehrkosten von 160.000 Euro brandeilig ein für die Feuerwehr wichtiges Projekt durch. „Wir wissen sehr wohl, dass wir einen Kindergarten herrichten müssen, aber hier hat die Stadt den Umbau zu eng betrachtet“, sagte Zimmermann im Rathaus.

Schätzung nicht belastbar

Von Anfang an sei die Kostenschätzung nicht belastbar gewesen. Im Übrigen dürfe sich die Stadt nicht von Baufirmen erpressen lassen. Johannes Föcker (WGH) wunderte sich, dass die Stadt jetzt von „neuesten Erkenntnissen“ spricht. „Seit wann ist denn bekannt, dass die veranschlagte Summe nicht reicht?“ Beide Parteivertreter vermissten die Sorgfalt bei der Aufstellung des Kostenvoranschlags.

Die ersten Kosten, mit denen die Verwaltung in die politischen Beratungen gegangen sei, habe der Architekt aufgestellt, erklärte Baudezernentin Dr. Andrea Rüdiger. Dann sei aber deutlich geworden, dass unter anderem die gesamte Haustechnik erneuert werden müsse. Außerdem hätten sich aufgrund der überhitzten Hochkonjuktur in der Baubranche die Kosten seit November 2018 schon wieder verändert. „Angesichts dieser Entwicklungen können wir derzeit immer nur unter Vorbehalt etwas zu Kosten sagen“, wandte Andrea Rüdiger ein.

Land gibt Zuschuss

Die Grünen sprachen von „schmerzhaften Mehrkosten“, die SPD wollte die Schuld niemandem in die Schuhe schieben. „Wir sind verpflichtet, Kindergartenplätze zur Verfügung zu stellen, es gibt keine Alternative“, setzte Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Kaiser einen Schlusspunkt unter die Diskussion.

Der Umbau des Erdgeschosses der alten Schule zu einem Kindergarten kostet nach derzeitigem Stand rund 1,2 Millionen Euro. 90 Prozent dieser Summe trägt das Land, sodass der städtische Etat nicht zusätzlich belastet wird. Die Unterstützung durch das Land war im November 2018 noch nicht bekannt.

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