Auf dem Elefantenspielplatz im Reiherhorst in Sythen fühlten sich zwei Familien durch einen unbekannten Mann belästigt. © Ingrid Wielens (A)
Polizeieinsatz

Unbekannter Mann verfolgt Familie nach Spielplatz-Besuch in Sythen

Ein Ausflug zweier Familien am Samstag in Sythen endete unschön. Ein Unbekannter hat auf dem Elefantenspielplatz erst Schrecken verbreitet, dann ist er der Gruppe durchs Dorf gefolgt.

Ein schauriger Vorfall hat sich am Samstagabend (20.11.) in einem Sythener Wohngebiet ereignet. Zwei Paare haben mit ihren Kindern einen kleinen Laternen-Umzug durch das Sythener Dorf veranstaltet. Zum Abschluss um 18 Uhr haben sie am Elefantenspielplatz am Reiherhorst Stopp gemacht. Laut Schild ist dort das Spielen bis spätestens 19 Uhr erlaubt.

Um kurz vor 19 Uhr kam ein dunkel gekleideter Mann auf die Gruppe zu. „Der war mit Kapuze und FFP2-Maske im Gesicht total unkenntlich“, sagt Franziska Huth. Die 35-Jährige gehört zur Gruppe. Sie erzählt, dass der Mann auf Grüße nicht reagierte, stattdessen habe er sich „direkt hinter uns gestellt und kein Wort gesagt“.

Ob etwas sei, erkundigte sich ihr Mann daraufhin bei dem Fremden. „Man kann es auch auf die Spitze treiben“, sei die Antwort gewesen. Und: „Dann müssen Sie das Schild richtig lesen.“

Elefantenspielplatz in Sythen hat schon häufiger für Ärger gesorgt

Franziska Huth vermutet, dass der Mann wegen der Spielplatz-Nutzung am Abend erbost war. „Sonst würden die Kommentare nicht passen“, mutmaßt die 35-Jährige. Schon häufiger hat der Elefantenspielplatz in der Vergangenheit für Ärger in dem Wohngebiet gesorgt. Die Stadt reagierte damals mit kürzeren Öffnungszeiten und einem höheren Zaun für die direkten Nachbarn.

Laut Schild dürfe der Elefantenspielplatz
Laut Schild dürfe der Elefantenspielplatz „spätestens bis 19 Uhr“ benutzt werden. © Ingrid Wielens (A) © Ingrid Wielens (A)

„Wir haben noch versucht, Verständnis zu zeigen, wenn es sich um einen Anwohner handelt und der sich durch den Lärm belästigt gefühlt hat“, sagt Franziska Huth. „Aber Kommunikation ist alles.“ Die Familien entschieden sich daraufhin, den Spielplatz zu verlassen.

Neues Ziel sollte der Dorfplatz in Sythen sein. Doch statt zu kommunizieren, sei der Fremde der Gruppe wortlos gefolgt. „Der Herr verfolgte uns im Abstand von etwa 2 bis 3 Metern“, sagt Franziska Huth. „Die Kinder zeigten sich irritiert und fragten immer wieder, wer der Mann sei und was er wolle. Mein Mann ging erneut auf ihn zu und bat ihn, uns in Ruhe zu lassen, was der Herr ignorierte. Die Stimmung war sehr angespannt und aggressiv.“

Polizei hat bereits einen Hinweis auf einen möglichen Tatverdächtigen

Bis zum Edeka wurde die Gruppe von dem Unbekannten verfolgt. „Da wir uns bedroht fühlten und die Kinder massive Angst hatten, rief ich die Polizei“, so Huth. Als der Fremde das mitbekommen habe, entfernte er sich von den Familien. „Ich rief ihm nach, dass ich es inkonsequent finden würde, jetzt zu gehen und dass für eine Klärung beide Parteien von Nöten seien, was er mit dem Zeigen des Mittelfingers quittierte.“

Als die Polizei eintraf, war der Unbekannte bereits verschwunden. „Es liegt eine Strafanzeige bei der Polizei wegen Beleidigung vor“, bestätigt Polizeisprecher Andreas Lesch. „Es gibt einen Hinweis auf einen möglichen Tatverdächtigen. Dem gehen die Kollegen nach.“ Mehr Angaben zu dem Vorfall könne die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen.

Franziska Huth machte sich nach Aufgabe der Anzeige gemeinsam mit ihrem Mann und den Kindern auf den Heimweg. Dabei sind sie dem Unbekannten an anderer Stelle wieder begegnet. „Mein Mann rief erneut die Polizei, was den Mann erneut dazu veranlasste, wegzulaufen“, sagt Franziska Huth. „Die Polizei konnte ihn nicht auffinden.“

Die 35-Jährige hofft, dass so etwas in Zukunft nicht noch einmal vorkommt. „Ich finde es wichtig, an dieser Stelle ein Zeichen zu setzen und solchen Menschen keinen Raum zu geben“, sagt die Sythenerin. „Scheinbar fühlen sich immer noch einige in ihren Rechten als Anwohner gestört und greifen nun zu solchen Mitteln und wählen den Weg der Selbstjustiz.“

Bisher kann nur gemutmaßt werden, ob es sich bei dem Unbekannten tatsächlich um einen Anwohner handelt. Die Polizei nimmt Zeugenaussagen zu dem Vorfall unter der 0800/2361 111 entgegen.

Über die Autorin
Volontärin
In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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