Corona bestimmte auch die Schlagzeilen der Halterner Zeitung. © Jürgen Wolter
Corona-Jahrestag

Ungewöhnliche HZ-Schlagzeilen, die erst seit Corona einen Sinn ergeben

Alltagsmaske, Maskenmuffel, Impfdrängler - unser Wortschatz hat sich durch die Corona-Pandemie verändert. Und die Geschichten in der Halterner Zeitung. Ein Blick auf die skurrilsten Schlagzeilen.

Vor einem Jahr kannten die meisten das Wort Corona nur von der gleichnamigen Biermarke. Doch seitdem hat die Pandemie unser Leben auf den Kopf gestellt. „Bleib gesund“ hat dem „Mach’s gut“ als Grußformel den Rang abgelaufen. Und auch wir in der Redaktion hätten nie gedacht, dass wir einmal wie selbstverständlich im „Homeoffice“ arbeiten würden.

Zum Corona-„Jahrestag“ blicken wir zurück auf Schlagzeilen aus den vergangenen zwölf Monaten, die vor der Pandemie für niemanden denkbar gewesen wären.

Dosenravioli und Homeoffice

Anfang März 2020, als die ersten Fälle in NRW bekannt wurden, wurden die ersten Bürger nervös. Am 5. März berichteten wir von leeren Supermarkt-Regalen und bereits erster Zurückhaltung bei der Reisebuchung. Die Überschrift „Halterner hamstern Dosenravioli“ hat sicherlich bei einigen Leserinnen und Lesern Assoziationen an Kriegszeiten geweckt.

„Ich mach‘ jetzt erstmal Homeoffice“ sagte eine Kollegin, als sie erfuhr, dass ihr Mann beruflich Kontakt zu einem mutmaßlich Infizierten hatte. Glücklicherweise stellte es sich als falscher Alarm heraus. Nicht lange danach gingen viele Kollegen ins Homeoffice, um Kontakte zu vermeiden.

Trotz Lieferschwierigkeiten boten am 10. März immer noch genügend Discounter und Supermärkte in Haltern die begehrten Produkte an. „Hamsterkäufe wegen Coronavirus: Hier gibt es noch Toilettenpapier und Desinfektionsmittel“ war ein Artikel, der auf großes Leserinteresse stieß.

Großmütter nähen Masken

Gebeutelt von der Pandemie waren auch die Schüler, besonders die Abiturientinnen und Abiturienten. Sie gingen bald nach dem Lockdown wieder in die Schule, doch nicht ungeschützt. Corona: Großmütter nähen für Halterns Abiturienten Masken „Abi 2020“ war Ende April eine liebenswerte Aktion für die Enkel.

Nicht alle wollten sich an die Maskenpflicht beim Einkaufen halten: „Coronavirus: Kunde in Halterner Lidl weigerte sich, Maske aufzusetzen“ war nicht die einzige Geschichte in dieser Richtung, die unsere Redaktion im vergangenen Jahr aufgeschrieben hat.

Viele Gottesdienste wurden ins Internet verlegt, doch es gab auch kreative Lösungen unter freiem Himmel: Anfang Juni feierten „Halterner Christen Gottesdienst im Autokino am Bikertreff“. Auch Filme wurden dort im Sommer gezeigt, weil die Kinos ebenfalls geschlossen hatten.

Ende Oktober, kurz vor Allerheiligen, verhängten Stadt und Kirchen auf den Friedhöfen die Maskenpflicht. Die Trauergäste sollten so geschützt werden. Die Verantwortlichen wollten auch vermeiden, dass es an den Feiertagen zu Gedränge beim Gedenken an die Verstorbenen kommt.

Weniger Bier, weniger Futter für Tiere

Die Pandemie brachte auch Verschwörungstheoretiker an die Oberfläche. Sie verteilten Mitte Januar „Corona-Flyer“ an Halterner. „Hetze, Mythen und Krieg gegen Satan“ lautete unsere Schlagzeile. Sie klingt wie aus dem Mittelalter.

Die Schließung von Kneipen, Bars und Restaurants hat auch Auswirkungen auf die Tierwelt. Hinter der Überschrift „Weniger Bier: Futter im Halterner Wildpark Granat wird langsam knapp“ versteckte sich die Nachricht, dass die Tiere tatsächlich ein Nebenprodukt aus der Bierherstellung fressen, das in Corona-Zeiten in viel geringeren Mengen produziert wurde.

„Spezial-Angebot: Halterner Gastronomen starten Kneipenersatzverkehr“ lautete die Schlagzeile Anfang Februar. Eine kreative Idee der Halterner Wirte, das frisch gezapfte Bier per Lieferservice an den Gast zu bringen.

Über die Autorin
Redakteurin
Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
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Ilka Bärwald
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