Corona, Krieg, Klimakrise „Ich habe keine vorweihnachtlichen Gefühle!“

Volontärin Jennifer Wachter steht vor dem Rathaus in der Halterner Innenstadt.
Volontärin Jennifer Wachter setzt sich mit den Auswirkungen des Medienkonsums auf das eigene Empfinden auseinander. © Anne Schiebener
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Die Negativschlagzeilen überschlagen sich und überall müssen Menschen furchtbares Leid ertragen. Das ist keine Neuigkeit, denn die Gleichzeitigkeit von Krisen hat es immer schon gegeben.

Identifizieren kann ich mich damit jedoch nicht. Denn ich lebe in Frieden und einer privilegierten Position – ich bin weder von Wohnungslosigkeit noch von Hunger betroffen. Trotzdem bin ich müde, müde davon, die ständige Ohnmacht ertragen zu müssen.

Wenn ich mich mit Freundinnen und Freunden unterhalte, dann klagen die einen über die Heizkosten und die anderen darüber, dass ihnen die dunkle Jahreszeit zu schaffen macht. Wiederum andere fürchten sich vor den Diskussionen am Weihnachtstisch: „Du isst immer noch kein Fleisch?“, „Bist du immer noch Single?“, „Du hast aber zugenommen?“ Die Furcht vor übergriffigen Kommentaren aus dem eigenen familiären Umfeld ist bereits jetzt präsent.

Nun gibt es für mich zwei Optionen. Entweder ich isoliere mich und ertrage den Weltschmerz für mich alleine. Oder ich spreche mit vertrauten Personen über die Überforderung und konsumiere Inhalte ausgewählt.

Fakt ist, dass ich weiter zu der Veränderung beitragen will – aber Veränderung ist anstrengend. Letztendlich müssen wir in Haltern gemeinsam durchhalten, eine andere Wahl haben wir nicht. Denn die Klimakrise wird nicht müde und wir brauchen gute Momente, um Kraft zu tanken. Deshalb werde ich versuchen, eine Balance zu finden: Darüber sprechen und die Familienzeit trotz all dem genießen.