Verbraucherzentrale: Ansprechpartnerin für 6000 Ratsuchende

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6000 Mal suchten Verbraucher - auch aus Haltern - 2019 den Rat der Verbraucherzentrale in Marl. Dabei gab es einige Schwerpunkte, die immer wieder zu Streitigkeiten führen.

Haltern

, 08.06.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei rund 6000 Verbraucheranliegen war die Verbraucherzentrale in Marl, die auch für Haltern zuständig ist, im vergangenen Jahr Ansprechpartnerin, um Verbraucherrechte durchzusetzen oder unberechtigte Forderungen abzuwenden.

Zu den Schwerpunkten gehörten Prepaid-Kreditkarten, die sich nach der Bestellung via Internet nicht als finanzielle Soforthilfe, sondern als kostenträchtiges Zahlungsmittel entpuppten, Energieversorger, die Kunden mit unzulässigen Preiserhöhungen überrumpelten und Haustürverkäufer, die angesichts der bevorstehenden Fusion von Unitymedia und Vodafone zum Abschluss überflüssiger Verträge für den Fernsehempfang drängten.

Bei Vertragsabschluss überrumpelt

Mit rund 2600 Rechtsberatungen und -vertretungen hat sich die Beratungsstelle zumeist erfolgreich für die berechtigten Ansprüche von Ratsuchenden eingesetzt. Viele kamen mit Anliegen und Problemen rund ums Thema Telekommunikation in die Beratungsstelle. Neben den Klassikern – nicht nachvollziehbare Posten auf der Telefonrechnung, Stolperfallen beim Anbieterwechsel oder Frust, wenn vertraglich zugesicherte Internetgeschwindigkeiten und die Übertragungsraten beim tatsächlichen Surfen im Alltag meilenweit auseinander lagen – sorgte mangelhafte Information beim Vertragsabschluss in Telefon-Shops für Ärgernisse.

„So berichteten Verbraucher, dass sie überrumpelt worden waren und Verträge unterschrieben hatten, deren Konditionen und Kosten sie erst im Nachhinein überblicken konnten“, erläuterte Beratungsstellenleiter Reint Jan Vos.

Rein Jan Vos leitet die Beratungsstelle Marl der Verbraucherzentrale, die auch für Haltern zuständig ist.

Rein Jan Vos leitet die Beratungsstelle Marl der Verbraucherzentrale, die auch für Haltern zuständig ist. © Daniel Winkelkotte

14 Tage Widerspruchsrecht

Bei einer landesweiten Stichprobe hatte die Verbraucherzentrale festgestellt, dass nur neun von zehn Shops ihren gesetzlichen Informationspflichten vor Abschluss eines Handyvertrages nachgekommen waren. Danach müssen Kunden die wesentlichen Vertragsinhalte im Produktinformationsblatt vor der Unterschrift ausgehändigt werden.

Zum Weltverbrauchertag hat die Beratungsstelle nicht nur gezeigt, wie Kunden darauf pochen können, die vorgeschriebenen Informationen vom Verkäufer auch ausgehändigt zu bekommen. Die Verbraucherzentrale NRW hat zudem ein 14-tägiges Widerrufsrecht bei solch komplexen Vertragskonstellationen gefordert.

Dubiosen Forderungen den Riegel vorgeschoben

Ob Warenbestellungen über Shopping-Plattformen oder Abos für Streaming- Dienste: Einmal mehr hatten Kriminelle mit Hilfe gestohlener Daten im Internet auf Kosten ihrer Opfer eingekauft oder auf deren Namen Verträge abgeschlossen. Betroffene erfuhren vom Identitätsdiebstahl meist erst, wenn sie Rechnungen oder Inkassoschreiben erhielten oder unbekannte Abbuchungen auf ihrem Konto vorfanden. In der Rechtsberatung hat die Beratungsstelle dubiosen Forderungen einen Riegel vorgeschoben und auch präventiv Tipps gegeben, um Datendiebstahl vorzubeugen.

Die Umweltberatung hat mit vielen Aktivitäten Anstöße fürs Vermeiden von Verpackungsmüll für die Unterwegs-Verpflegung gegeben. Denn wild entsorgt vermüllen die Kunststoffverpackungen nicht nur Städte und verursachen zusätzliche Entsorgungskosten, sondern zerfallen in Mikroplastikteilchen, die Luft, Böden und Gewässer belasten. Ein Schwerpunkt dabei in 2019: Wasser trinken ohne Abfall.

Die Verbraucherzentrale in Marl ist seit dem 25. Mai auch wieder persönlich für Ratsuchende da, aber nur nach telefonischer Voranmeldung unter 02365 / 85625-01. Kontakt ist auch über die Mailadresse möglich: marl@verbraucherzentrale.nrw.

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