Veterinäramt warnt vor Geflügelpest - Haltern aber kein Sperrgebiet

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Aktuell fliegen die Zugvögel wieder in den Süden. Wenn sie in Haltern Rast machen, könnten die Wildtiere die Geflügelpest an Hühner, Puten, Enten oder Gänse übertragen, warnt der Kreis.

Haltern

, 15.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Familie Stockhofe aus Hullern hält an Hühnermobilen auf verschiedenen Flächen in Haltern hunderte freilaufende Hühner. Wegen der Geflügelpest ist Rita Stockhofe momentan aber nicht besorgt: „Wir sind noch kein Sperrbezirk und ich hoffe, dass es dazu auch nicht kommen wird.“ Immerhin sei Haltern in den vergangenen Jahren noch nie von der Geflügelpest (HPAIV H5) betroffen gewesen.

Stallhaltung im Sperrbezirk

In Regionen an der Nord- und Ostsee sowie in den Niederlanden war es zu Ausbrüchen gekommen. Deshalb appelliert das Veterinäramt des Kreises Recklinghausen an Geflügelhalter, sich vorzubereiten. Wird eine Region zum Sperrbezirk erklärt, dürfen die Tiere sich nicht mehr im Freien aufhalten.

So soll der Kontakt zu wildlebenden Zugvögeln verhindert werden, die die Geflügelpest übertragen. „Wir sind der Überzeugung, dass es für die Tiere immer besser ist, draußen im Freien zu sein. Wenn das notwendig wäre, hätten wir aber auch den vorgeschriebenen Platz in den Hühnermobilen, um dort alle Tiere unterzubringen“, sagt Stockhofe.

Ludger Winkelkotte vom landwirtschaftlichen Ortsverband hält selbst kein Geflügel und sagt, dass es in Haltern grundsätzlich nur wenige Geflügel-Halter unter den Landwirten gebe. „Allerdings gibt es einige, die in Haltern hobbymäßig ein paar Hühner halten.“ Auch die müssten sich vorbereiten, falls Stallhaltung angeordnet werde.

Kontrollen an Rastgebieten für Zugvögel

In Haltern sind die Lippeaue, der Halterner Stausee und der Hullerner Stausee beliebte Rastgebiete für Zugvögel. Deshalb wolle das Veterinäramt in den Gebieten „die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen“ überprüfen. Dazu gehört, dass keine offenen Tränken oder Futterstellen für Geflügel im Freien erlaubt sind. „Das haben wir auch grundsätzlich nicht“, sagt Stockhofe. Allerdings würden Hühner auch Gras fressen, „ganz ausschließen kann man die Kontakte zu Wildvögeln beim Fressen also nicht.“

An den Eierautomaten bei den Hühnermobilen verkauft Familie Stockhofe unter anderem auch Hühnerfutter an Passanten. „Das sind aber so kleine Portionen, dass das auch vom Veterinäramt genehmigt ist“, so Stockhofe. Und es beuge vor, dass Menschen die Hühner mit eigenen Essensresten fütterten: „Dabei ist die Infektionsgefahr für die Hühner viel höher, deswegen ist das verboten.“

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