Das Alloheim in Sythen gerät immer wieder in die Schlagzeilen. © Archiv
Alloheim Sythen

Vier Corona-Todesfälle im Alloheim Sythen – Hygienemängel festgestellt

Vier Corona-Tote im Alloheim Sythen: Die Heimaufsicht hat Hygienemängel in der Einrichtung festgestellt. Der Betreiber nimmt dazu Stellung.

Bisher war bekannt geworden, dass nach dem Ausbruch des Coronavirus im Alloheim Sythen zwei Bewohner im Zusammenhang mit der Infektion gestorben sind. Auf Anfrage der Redaktion teilte der Träger, die Alloheim Seniorenresidenzen SE mit Sitz in Düsseldorf, nun mit, dass in dem Heim bis Mitte Januar bereits vier Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus zu beklagen sind.

Bekanntlich hinkt die amtliche Statistik des Kreises Recklinghausen den Ereignissen hinterher, weil Todesfälle erst aufgenommen werden, wenn sie schriftlich eingegangen sind.

„Unser stilles Gedenken gilt den Verstorbenen, wir fühlen mit ihren Angehörigen und sprechen ihnen unsere tiefe Anteilnahme aus“, erklärte ein Sprecher der Firmenzentrale von Alloheim. Allerdings trägt das Unternehmen eine Verantwortung für die Qualität der Pflege in seinen Heimen, deren Anzahl von einem Branchenkenner mit bundesweit 247 und 23.165 Pflegeplätzen angegeben wird.

Die Heimaufsicht kam unangekündigt nach Sythen

Vor diesem Hintergrund muss aufhorchen lassen, dass es in der Sythener Niederlassung zu Hygienemängeln gekommen ist, die am 8. Januar 2021 bei einer sogenannten anlassbezogenen Prüfung der Heimaufsicht des Kreises Recklinghausen festgestellt wurden. Den unangekündigten Besuch der Behörde hatte erneut ein Angehöriger einer Bewohnerin durch eine Beschwerde initiiert. Die Prüfung wurde auch aufgrund der erhöhten Infektionszahlen in der Einrichtung vorgenommen.

Die Heimaufsicht habe Mängel beim Tragen von Schutzausrüstung und bei der Einhaltung von Abständen dokumentiert, teilte eine Sprecherin des Kreises Recklinghausen auf Anfrage mit. Die Einrichtung im Wohngebiet Elterbreischlag in Sythen sei daraufhin belehrt worden, diese Mängel abzustellen und Mitarbeiter entsprechend zu schulen.

Die Isolierung der Infizierten nahegelegt

Es sei den Verantwortlichen außerdem nahegelegt worden, eine strikte Isolierung von infizierten Personen vorzunehmen, um die Ausbreitung des Virus in der Einrichtung einzudämmen. Bei einer zweiten, unangekündigten Prüfung sei dann festgestellt worden, dass die Mängel abgestellt worden waren.

Trägt Alloheim also eine Mitschuld an der weiteren Ausbreitung des Coronavirus an seinem Sythener Standort und letztlich auch am Tod der Bewohner?

In einer Stellungnahme zu den angetroffenen Hygienemängeln erklärte das Unternehmen, es habe sich um „keine grundsätzlichen oder generellen Mängel“ gehandelt, „was das Tragen von Schutzausrüstung sowie das Abstandhalten der Mitarbeiter angeht.“

Aus Alloheim-Sicht war es ein „Einzelfall“

„Es wurde vielmehr im Rahmen der Prüfung ein Einzelfall beschrieben, den wir – nach einem klärenden Gespräch mit dem betroffenen Mitarbeiter – mit einer erneuten, zusätzlichen Hygieneschulung untermauert haben“, so der Unternehmenssprecher zur Sichtweise von Alloheim.

Eine erneute Rückfrage der Redaktion beim Kreis Recklinghausen ergab jedoch, dass die Heimaufsicht keine Nachbesserungen wegen einer Lappalie und eines Einzelfalls eingefordert habe.

Die Lage im Sythener Alloheim hat sich zum Glück entspannt. „Aktuell ist nur ein Bewohner positiv getestet. Ihm geht es gut, er hat zur Zeit keine Symptome“, teilte die Düsseldorfer Zentrale am vergangenen Freitag (12. Februar) mit. In der Niederlassung haben die beiden Impftermine für Bewohner und Mitarbeiter gegen das Coronavirus inzwischen stattgefunden.

Die Impfbereitschaft bei beiden Gruppen sei sehr hoch gewesen, ließ Alloheim wissen. Genaue Zahlen könne man aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht öffentlich machen.

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Silvia Wiethoff

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