Vier Minischweine irren in Haltern durch den Wald - wurden sie ausgesetzt?

hzFundbüro sucht Besitzer

Wem gehören die vier Minischweine, die tagelang durch Halterns Wälder irrten? Vorübergehend fanden die eingefangenen Tiere Asyl in Sythen und Hullern, aber dort können sie nicht bleiben.

Haltern

, 13.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das erste Minischwein fiel durch seine „Dreistigkeit“ auf. Es heftete sich an die Fersen von Joggern, die am Karl-Homann-Weg ihre Runden drehten. Die sportlichen Halterner bekamen es mit der Angst zu tun: Sie dachten, es handele sich bei dem Verfolger um ein tollwütiges Wildschwein.

Petra Herrmann vom Forsthof in Sythen schaltete das Ordnungsamt ein, das später das Veterinäramt informierte. Schließlich startete sie aus Mitleid eine Rettungsaktion. Gemeinsam mit zwei Polizeibeamten, dem Hafenmeister, einem Spaziergänger und ihrer Tochter fing Petra Herrmann das 90 Kilogramm schwere Schwein am 5. März ein und brachte es zu sich nach Hause. Dort wartet Rudi, wie ihn die Polizei taufte, auf sein weiteres Schicksal. Bleiben kann er nämlich nicht.

Landwirt gewährt zwei Schweinen Asyl

Am 12. März meldete das städtische Fundbüro erneut zwei Minischweine. Die streunten durch die Wälder an der Westruper Straße in Hullern. Ein Tier wurde nach Auskunft von Petra Herrman überfahren und ist tot. Beim Einfangen des anderen Tieres half ein Landwirt. Er gewährt dem Minischwein zunächst Asyl auf seinem Hof. Ein weiteres Schwein wurde bereits am 11. März von einer Anwohnerin der Westruper Straße eingefangen und in Obhut genommen. Die Suche nach dem Besitzer blieb bislang erfolglos. Petra Herrmann hat eine Vermutung.

Eines der Minischweine, die in Haltern eingefangen wurden.

Eines der Minischweine, die in Haltern eingefangen wurden. © Privat

Minischweine werden als Haustiere zunehmend beliebter. Sie sehen sehr niedlich aus und sind zunächst nicht größer als ein Meerschweinchen. Jedoch muss man damit rechnen, dass ein Minischwein bis zu hundert Kilogramm schwer werden kann. Und mehr noch. Damit das Schwein gesund und munter bleibt, müssen seine Bedürfnisse erfüllt sein: Dazu gehören die artgerechte Haltung, eine ausgewogene Ernährung sowie gesundheitliche Vorsorge - also Pflichten! Petra Herrmann geht davon aus, dass jemand die Rotte ausgesetzt hat, weil die Tiere lästig geworden sind.

Kreisveterinäramt entscheidet über die Zukunft

Minischweine lieben die Gesellschaft, vermutlich ist das Schwein am Karl-Homann-Weg deshalb den Joggern gefolgt. Aber Rudi, ein Eber, gibt sich keine große Mühe, die Herzen seiner Herbergseltern zu erobern. „Rudi ist ein wenig aggressiv“, schmunzelt Petra Herrmann, wohlwissend, dass Eber sich verteidigen und gern mit den Hauern drohen. Sie hält ihm auch zugute, dass die Einfangaktion, der Transport und das Leben in einem fremden Stall für ihn Stress bedeuten. Vorübergehend kommt Rudi beim Landwirt in Hullern unter, da Schweine nicht als Einzeltier gehalten werden dürfen.

„Leider hat sich trotz aller Versuche auch über die sozialen Netzwerke niemand als Besitzer gemeldet“, bedauert Petra Herrmann. Theoretisch kämen Minischweine auch in der Natur zurecht, aber sie würden nie Anschluss an Wildschweine finden.

Beim Züchter kostet ein Tier bis zu 300 Euro. Rechtlich gelten sie als Nutztiere. Daher müssen sie beim Veterinäramt gemeldet werden, bei der Tierseuchenkasse und der zentralen Datenbank für Schweine.

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