Vier Verletzte nach Prügeleien mit Neonazis

HALTERN Rechtsradikale machten in der Nacht zu Samstag Haltern unsicher. Im Umfeld des Bahnhofes kam es zu Pöbeleien und Schlägereien, in deren Verlauf vier Menschen verletzt wurden.

von Von Thomas Liedtke

, 01.03.2009, 13:07 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Polizei wurde zum ersten Mal um 1.45 Uhr alarmiert. Als die Beamten auftauchten, zerstreute sich die Gruppe. Zwei Personen wurden in der Nähe des Bahnhofs festgenommen und ins Polizeipräsidium gebracht. Bei einem Täter wurde eine verbotene Waffe - ein als Gürtelschnalle getarnter Schlagring  - gefunden.

Gegen vier Uhr morgens gerieten drei junge Männer, die sich nach einem Besuch der Diskothek Old Daddy auf dem Heimweg befanden, an die etwa 15 Mann starke Gruppe. Ein  Farbiger (19) wurde heftig beschimpft und bedroht: „Jetzt stirbst du Scheißneger“. Ein Drohung, die der 19-Jährige sehr ernst nahm. Er berichtete unserer Zeitung, dass die Neonazis mit Schusswaffen, Schlagstöcken und Steinen bewaffnet waren. Dem Farbigen und einem Freund gelang die Flucht. Der Dritte wurde jedoch von den Gewalttätern erwischt und mit einem Ziegelstein geschlagen. Seine Wunden mussten im Krankenhaus genäht werden.Staatsschutz ermittelt

Im Polizeipräsidium Recklinghausen hieß es am Sonntag, dass man erst am Beginn der Ermittlungen stehe. Wegen des vermuteten rechtsradikalen Hintergrunds sei die Abteilung Staatsschutz eingeschaltet worden. Diese habe die beiden Täter in der Nacht zu Samstag vernommen und anschließend wieder entlassen. In der Nacht zu Sonntag verstärkte die Polizei ihre Einsatzkräfte in Haltern. In dieser Nacht blieb es allerdings ruhig.

Für den 19-jährigen Farbigen stellt sich aber mehr und mehr die Frage, ob er sich in Haltern noch sicher bewegen kann. Schon beim Heimatfest war er vermutlich von der gleichen Gruppe angegriffen worden.       

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