Unbekannte haben die Grünen-Plakatwand in Hullern völlig zerstört. © Privat
Bundestagswahl 2021

Wahlplakate in Haltern zerstört, Vandalen machen vor keiner Partei halt

Überall in der Stadt werben die Parteien plakativ um die Wählergunst - mal klein, mal großflächig. Inzwischen sind etliche dieser Wahlplakate beschmiert, beschädigt oder regelrecht zerstört.

Wahlplakate mit ihren Slogans dienen der Selbstdarstellung der Parteien, sie üben aber auch eine Anziehungskraft aus, die aktuell bei den Stadtverbänden Halterns Frust auslöst. Etliche Plakate sind in den vergangenen Tagen zerrissen oder bemalt worden. Die Vandalen machen vor keiner Partei halt. Das Großformatplakat der Grünen am Dorfplatz in Hullern wurde am Wochenende sogar völlig zerstört.

Unter massiver Gewalteinwirkung wurde die gesamte Holzkonstruktion zerbrochen und aus der Verankerung gerissen. „Jetzt zur Bundestagswahl hat der Vandalismus spürbar stark zugenommen“, bedauert Grünen-Sprecher Martin Stork. Auch Plakate der Mitbewerber sind bereits vielfach beschädigt worden.

Die CDU ist verärgert über zerrissene, überpinselte oder mit Bannern verklebte Plakate, Parteimitglieder haben die beschädigten inzwischen durch neue ersetzt.

Das Wahlkampfplakat der SPD mit dem Konterfei von Olaf Scholz wurde in Fetzen gerissen.
Das Wahlkampfplakat der SPD mit dem Konterfei von Olaf Scholz wurde in Fetzen gerissen. © Privat © Privat

Vandalismus bestätigt auch die SPD. So zerrissen Unbekannte in Lippramsdorf das SPD-Plakat mit dem Konterfei von Kanzlerkandidat Olaf Scholz, in Holtwick wurde eines schäbig bemalt. „Es ist zu einigen Beschädigungen der Wesselmann-Tafeln, aber auch der Laternenplakate im gesamten Stadtgebiet gekommen“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Beate Pliete (zur Erklärung: die Firma Wesselmann ist in der Wahlwerbung zum Synonym für mobile Großflächen geworden).

Hoher dreistelliger Schaden, Grüne erstatten Anzeige

Laut SPD-Stadtverbandsvorsitzendem Heinrich Wiengarten werden Anmietung und Betreuung dieser großen Plakatwände durch das Unternehmen aus dem SPD-Bundestagswahlkampf-Etat bezahlt. Soweit Ersatz vorhanden ist, werden zerstörte durch neue Plakate ersetzt. Die kleinen Plakate beklebt der SPD-Stadtverband in Eigenregie. Bei Bedarf ersetzt er sie und schöpft dafür aus der Reserve.

Zuletzt war bei der Kommunalwahl 2020 der Vandalismus schon sehr negativ aufgefallen, die SPD hat das damals zur Anzeige gebracht. Anzeige erstatten jetzt auch die Grünen. Immerhin ist in Hullern ein Schaden von rund 550 Euro angerichtet worden. „Wir verurteilen diesen sinnlosen und kriminellen Vandalismus. Ob nun der zurückliegende Angriff auf das SPD-Bürgerbüro in der Halterner Innenstadt, das Beschmieren von Großflächenplakaten oder die komplette Zerstörung unserer eigenen Plakate“, betont Grünen-Sprecher Martin Stork. Es handele sich ja nicht um Meinungsäußerungen, sondern um politisch motivierte Straftaten, die es auf das Schärfste abzulehnen gelte. „So etwas ist immer der falsche Weg.“

Das Beschädigen der Plakate stellt eine Straftat dar

An die Adresse der Zerstörer gerichtet, fügt er an: „Wir nehmen diese Ereignisse nun als Ansporn. Unseren Wahlkampf führen wir mit noch stärkerem Eifer und Elan weiter.“

Heinrich Wiengarten sieht in den Beschädigungen nicht unbedingt eine massive Kampagne, dennoch verurteilt er sie wie alle anderen Politiker auch. „Wir reagieren empfindlich, wenn es sich um eine erkennbar politische Motivation handelt“, betont er. Dann werde es auch Anzeigen geben.

Die großen Werbetafeln kosten im Übrigen rund 300 Euro Miete, für die kleinen Plakate hat die SPD vier Euro pro Stück bezahlt. Schaden entsteht also immer.

Vollkommen makellos erlebt vor allem großflächige Wahlwerbung den eigentlichen Wahltag meistens nicht. Das Beschädigen von fremdem Eigentum stellt allerdings gemäß Strafgesetzbuch eine Sachbeschädigung dar. Diese kann mit einer Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Werden verfassungsfeindliche Symbole auf die Wahlplakate gemalt, kann sich die Freiheitsstrafe auf bis zu drei Jahre belaufen.

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Elisabeth Schrief

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