Wald wurde zur Rennstrecke

Natur verwüstet

Tiefe Furchen ziehen sich über Wege und Pfade quer durch ein Waldgelände unweit des Silbersees III und der Quarzwerke. Waren es Quads, die die Natur hier so verwüstet haben?

SYTHEN

, 22.03.2016, 17:07 Uhr / Lesedauer: 1 min

Am Wochenende erschrak unser Leser Burkhard Lüning, als er die Verwüstung sah. Mit einer kleinen Besuchergruppe war er im Bereich der Silberseen an der Grenze zu Hausdülmen unterwegs. "Die Wege sind so kaputt, dass man dort nicht mehr entlanglaufen kann", ärgert er sich. Er vermutet aufgrund der Reifenspuren, es könne sich nur um Quads (vierrädrige Kleinfahrzeuge) oder ATVs (Allradantrieb) handeln.

Quads seit Kurzem aktiv

Vor Ort finden sich Zeichen auf Bäumen, die in die Rinde geritzt worden sind und vermuten lassen, dass damit für Fahrer von Quads Hinweise zum Gebrauch der "Rennstrecke" gemacht wurden. Burkhard Lüning hat Quads dort selbst noch nicht gesehen. Anwohner und auch Quarzwerkeleiter Holger Gerling dagegen in den vergangenen Wochen häufiger.

Sie berichten auch, dass die Fahrer zunächst ihre Kennzeichen abschrauben, bevor sie in das Landschaftsschutzgebiet, die Fohrmanns Heide, fahren.

Radfahrer geduldet

Die Eheleute Bieber, Eigentümer des Walds, verärgert es sehr, dass Fremde die Natur zerstören. Sie nutzen ihren Wald zwar nicht forstwirtschaftlich, aber gerne für Fahrten mit dem Rad. "Wir haben auch einen Teil verpachtet", sagt Christel Bieber. Von ihnen geduldet würden Spaziergänger, Radfahrer und auch Mountainbiker, aber keine Motorräder oder Quads.

Hinweise an die Polizei

Forstamtsrat Martin Frank vom Regionalforstamt Ruhrgebiet sagt: "Das Befahren des Waldes mit Motorfahrzeugen jedweder Art ist nur dem Besitzer selbst oder beauftragten Forstleuten gestattet. Ein Ordnungsgeld von 55 Euro kann ich sofort erheben." Er rät den Besitzern, auch die Forstbehörde und Polizei einzuschalten.

Aber auch die Polizei ist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, erklärt Ramona Hörst, die Sprecherin der Kreispolizeibehörde. "Man kann sich ja nicht dauernd auf die Lauer legen", so Hörst.

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