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Im Video: Der letzte Sprengstoff-Transporter rollt vom Sythener Wasag-Gelände

hzExklusiver Einblick

32 Sprengstoff-Kisten sind am Mittwoch vom Wasag-Gelände in Sythen abtransportiert worden. Damit ist ein Großteil der erforderlichen Rückbau-Arbeiten auf dem belasteten Areal beendet.

Sythen

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Mit einem Hubwagen wurden die Kisten nach und nach auf den Lastwagen geladen. Es sah vergleichsweise unspektakulär aus, wie die insgesamt 32 mittelgroßen Kartons am Mittwoch auf den großen Lkw verfrachtet wurden. Der Inhalt allerdings hatte es in sich: Am Mittwoch hat der letzte Sprengstoff-Transport das Gelände der Westfälisch-Anhaltischen Sprengstoff Aktiengesellschaft, kurz: Wasag, verlassen. Damit sind nun sämtliche Sprengstoffbunker ausgeräumt.

96 Kisten Sprengstoff wurden im Mai vom Wasag-Gelände abgeholt

Insgesamt drei Transporte dieser Art hatte es in diesem Monat gegeben. Ganze 96 Kisten mussten entsorgt werden. Das erklärte Dr. Winfried Entenmann von der Burmeier Ingenieurgesellschaft auf Anfrage.

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Letzter Sprengstoff-Transport vom Wasag-Gelände

Die Gesellschaft zeichnet für den Rückbau der sprengstoffbelasteten Gebäude und Flächen in Sythen verantwortlich. Sie ist im Auftrag der Sythengrund Wasagchemie Grundstücksverwertungsgesellschaft Haltern, die zurzeit noch Eigentümer des Wasag-Geländes ist, tätig.

Transporter fährt Zwischenlager in Vogelgesang an

Nach den Ausführungen des Geotechnikers steuert der Laster mit der gefährlichen Fracht einen Bunker im brandenburgischen Vogelgesang bei Torgau an. Dort werden die Kisten aus Sythen zunächst zwischengelagert. Ein dort ansässiges Spezialunternehmen wird den Gefahrenstoff schließlich durch Verbrennung unschädlich machen.

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Letzter Sprengstoff-Transport rollt vom Wasag-Gelände

Am Mittwoch (15. Mai) ist der letzte Sprengstoff-Transporter vom Wasag-Gelände in Sythen-Lehmbraken gerollt. Damit ist das Areal nun von den schwersten Schad- und explosiven Stoffen befreit.
16.05.2019
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32 Kisten mit explosivem Inhalt sind am Mittwoch vom Wasag-Gelände in Sythen gerollt.© Ingrid Wielens
Das Verwaltungsgebäude auf dem Wasag-Gelände steht nun leer.© Ingrid Wielens
Unbefugte können nicht auf das Wasag-Gelände gelangen. Das Gelände ist abgeriegelt.© Ingrid Wielens
Eines der zahlreichen Trafo-Häuschen auf dem Wasag-Gelände© Ingrid Wielens
Viele alte Fabrikgebäude befinden sich auf dem Gelände.© Ingrid Wielens
Viele alte Fabrikgebäude befinden sich auf dem Wasag-Gelände.© Ingrid Wielens
Mit 32 Kisten Sprengstoff hat ein Laster aus dem Erzgebirge am Mittwoch das Wasag-Areal verlassen.© Foto:Ingrid Wielens
32 Kisten mit Sprengstoff wurden am Mittwoch auf einen Transporter aus dem Erzgebirge geladen.© Ingrid Wielens
32 Kisten mit Sprengstoff wurden am Mittwoch auf einen Transporter aus dem Erzgebirge geladen.© Ingrid Wielens
32 Kisten mit Sprengstoff wurden am Mittwoch auf einen Transporter aus dem Erzgebirge geladen.© Ingrid Wielens
Sämtliche Bunker auf dem Wasag-Areal sind nun endgültig leergeräumt.© Ingrid Wielens
Sämtliche Bunker auf dem Wasag-Areal sind nun endgültig leergeräumt.© Ingrid Wielens
Der letzte Sprengstoff ist am Mittwoch vom Wasag-Areal gerollt.© Ingrid Wielens
Sämtliche Bunker auf dem Wasag-Areal sind nun endgültig leergeräumt.© Ingrid Wielens
Sämtliche Bunker auf dem Wasag-Areal sind nun endgültig leergeräumt.© Ingrid Wielens
Die Bunker auf dem Wasag-Areal sind nun alle leergeräumt.© Ingrid Wielens
Achtung Sprengstoff: Die explosive Fracht muss gekennzeichnet sein.© Ingrid Wielens
Vor und nach dem Verladen der Sprengstoff-Kisten wird der Laster gewogen und so das Frachtgewicht ermittelt.© Ingrid Wielens
Vor und nach dem Verladen wird der Lkw gewogen und das Frachtgewicht ermittelt. © Ingrid Wielens
Mit 32 Kisten ist am Mittwoch der letzte Sprengstoff-Transport vom Wasag-Areal gerollt. © Ingrid Wielens

Der Sprengstoff war im Rahmen der Altlastensanierung im Untergrund ausgemacht worden. Wie Entenmann weiter erklärte, sei er sozusagen aus dem Boden gesiebt und dann in Kisten verstaut worden.

„Die schlimmsten Sachen sind nun raus“, sagte der Geo-Experte mit Blick auf den allgemeinen Rückbau der sprengstoffbelasteten Gebäude und Flächen auf dem Wasag-Gelände.

Im Video: Der letzte Sprengstoff-Transporter rollt vom Sythener Wasag-Gelände

In solchen Bunkern lagerte der Sprengstoff. © Ingrid Wielens

Verschiedene Restarbeiten werde seine Gesellschaft allerdings auch weiterhin begleiten, hieß es. Auch nach der Übernahme des Geländes durch den Kreis Recklinghausen. Dieser hatte mit 209 Hektar den Großteil des Wasag-Areals zum symbolischen Preis von einem Euro erstanden.

Technische Anlagen sind abgebaut, Gebäude leergeräumt worden

Bis Ende vergangenen Jahres hatte der Maxam-Konzern noch in Sythen Sprengstoff produziert. Inzwischen seien alle technischen Anlagen abgebaut und sämtliche Gebäude leergeräumt worden, erläuterte auch Dr. Rolf Niepmann, Generalbevollmächtigter der Sythengrund Wasagschemie Grundstücksverwertungsgesellschaft Haltern.

Im Video: Der letzte Sprengstoff-Transporter rollt vom Sythener Wasag-Gelände

In Sythen wurde nicht nur Sprengstoff für Kohlebergwerke und den zivilen Bedarf prodiziert. In den beiden Weltkriegen stellten die Arbeiter auch Munition her. © Ingrid Wielens

Weil die Rückbau-Arbeiten sich insgesamt aufwendiger als gedacht gestaltet hatten, musste die ursprünglich für den 1. Januar geplante Schlüsselübergabe an den neuen Eigentümer auf den 1. Juni verschoben werden. Eine erneute Terminverschiebung hielten sowohl Winfried Entenmann als auch Jochem Manz von der Recklinghäuser Kreisverwaltung am Mittwoch für nicht nötig.

Beim Rückbau der sprengstoffbelasteten Gebäude hatten insbesondere zwei Holzschuppen den Zeitplan durcheinandergeworfen. Die Schuppen, in denen früher mit Sprengstoff hantiert worden war, mussten kontrolliert abgebrannt werden.

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Wie Dr. Windfried Entenmann erläuterte, sei der Staub in den Schuppen gefährlich gewesen. Ein Abbau und Abtransport sei daher nicht zu vertreten: „Bei Wind wären die gefährlichen Stoffe verweht worden.“ Für die Bevölkerung habe beim Abbrennen der Schuppen zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden.

Die künftige Nutzung des Wasag-Geländes durch den Kreis Recklinghausen ist zum aktuellen Zeitpunkt noch absolut offen.

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