Auch in der Mensa des Schulzentrums wurden Entfeuchtungsgeräte aufgestellt. © Benjamin Glöckner
Unwetter

Wasser in Schulen, Kita und Privatgebäuden: Viele Unwetter-Schäden in Haltern

Eine erschreckend lange Schadensliste hat die Stadt Haltern nach dem Unwetter-Wochenende in Haltern geschrieben. Die Aufräumarbeiten laufen vielerorts noch. Auch die Feuerwehr zog Bilanz.

Zahlreiche öffentliche Einrichtungen der Stadt Haltern sind bei dem Unwetter am Wochenende in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Stadt hat jetzt Bilanz gezogen – die Schadensliste ist lang und erschreckt selbst die städtischen Mitarbeiter, berichtete Stadtsprecherin Sophie Hoffmeier.

Wassereinbrüche im Kellergeschoss gab es demnach in der Grundschule Lavesum in den OGS-Räumen und im Jugendzentrum Trigon. In der Katharina-von-Bora-Schule war neben des OGS-Räumen im Keller zusätzlich ein Werkraum betroffen.

In der Marienschule stand die OGS-Küche unter Wasser. Es habe aber inzwischen beseitigt werden können, Schaden sei nicht entstanden, hieß es.

In der Joseph-Hennewig-Hauptschule gab es in den Räumen, die als Haus des Lebens und Lernens (HaLeLe) genutzt werden, einen Wassereinbruch. Die Aufräumarbeiten seien derzeit noch im Gange, denn mit dem Wasser sei viel Schlamm in die Räume gespült worden, erklärte Sophie Hoffmeier.

Schulzentrum besonders betroffen

Großer Schaden entstand im Schulzentrum: In der Mensa war im WC-Bereich Wasser durch eine Rückstauklappe ins Innere der Räumlichkeiten geraten, am Montag wurden dort Bautrockner installiert. Im Treppenhaus gegenüber der Mensa floss das Wasser durch den Notausgang im Dachbereich bis ins Erdgeschoss. Im naturwissenschaftlichen Trakt des Schulzentrums waren die Regenmassen durch die Decke in mehrere Fachräume geströmt. Auch hier sind die Aufräumarbeiten noch im Gange.

In der Aula wurden ebenfalls Entfeuchtungsgeräte aufgestellt – auch dort war das Wasser durch die Decke gekommen. Wassereinbrüche wurden darüber hinaus in der Schreinerei, in der Schlosserei und im Bücherarchiv sowie im Kellergeschoss unterhalb der Pausenhalle gemeldet.

Kapelle, Sportplatz, Kita, Bauhof und Musikschule

Am Bauhof hielt die Decke ebenfalls nicht vollständig stand. Am Friedhof Sundern ist die Kapelle nass und in der Musikschule gab es einen Stromausfall, der mit dem Unwetter in Verbindung gebracht wird.

Im Kitabereich der Erich-Kästner-Schule staute sich das Wasser, das zuvor die Decke hinunter geflutet war. Ein nasses Gebäude meldet die Stadt schließlich noch am Sportplatz Stauseekampfbahn.

„Wir arbeiten daran, nach und nach alle Schäden zu beseitigen“, sagte die Stadtsprecherin am frühen Montagabend. Die Schadenshöhe stehe zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest.

Bis zu 50 Liter Wasser pro Quadratmeter in nur zwei Stunden

„Das war ein anständiger Starkregen in Haltern“, sagt Experte Thomas Kesseler-Lauterkorn vom Deutschen Wetterdienst in Essen. In der Nacht zum Sonntag seien in der Seestadt punktuell innerhalb von zwei Stunden 40 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gemessen worden. Stellenweise seien es sogar bis zu 50 Liter gewesen, so der Meteorologe. Zum Vergleich: Bei 25 Litern pro Stunde und Quadratmeter wird eine Unwetterwarnung vom Wetterdienst herausgegeben.

Feuerwehr rückte zu insgesamt 42 Einsätzen aus

Die Feuerwehr hatte das Starkregen-Ereignis auf Trab gehalten. 34 Einsätze allein in der Nacht zum Sonntag hatte es gegeben. Rund 50 Einsatzkräfte sämtlicher Löscheinheiten waren ausgerückt – die Feuerwehr nennt das „Vollalarm“. Meistens habe es sich um vollgelaufene Keller und Schächte gehandelt, erklärt Feuerwehrchef Werner Schulte. Zwischen 5 und 50 Zentimeter hoch habe das Wasser jeweils gestanden. Auch ein Schlafzimmer und der Aufzugschacht in einer Tiefgarage waren von den Niederschlägen geflutet worden – die Feuerwehr pumpte das Wasser ab.

Haupteinsatzorte waren laut Schulte im Bereich Recklinghäuser Straße, Weseler und Annabergstraße, Auf der Hovestatt, Im Dahläckern, Lippmauer, Münsterstraße und Gerhart-Hauptmann-Straße sowie An der Kahrstege, Drususstraße, An der Landwehr, Linden- und Eichenstraße. Weil die Kanalisation das Regenwasser nicht mehr aufnehmen konnte, wurden Gullideckel an manchen Stellen nach oben gedrückt.

Stellenweise sei es auch vorgekommen, dass Gullideckel „oberflächlich durch Zweige und Blätter, Schlamm, Erde und rote Asche verdeckt“ gewesen seien, führte Sophie Hoffmeier aus. Dazu könne es bei Gewitter kommen. „Dieser Effekt wurde durch die Trockenheit der letzten Tage noch verstärkt, da viele vertrocknete Blätter von den Bäumen gefallen waren“, sagte die Sprecherin. Verstopft gewesen seien die Abläufe aber nicht. Auch zwei Bäume waren auf Fahrbahnen gestürzt und mussten beiseite geräumt werden. In der Nacht zum Sonntag war die Feuerwehr von 2 bis 6 Uhr in Aktion.

Schaden erst am Tag danach bemerkt

Am Sonntag, insbesondere am Morgen, gab es dann noch acht weitere Einsätze, an denen 20 Feuerwehrleute beteiligt waren. „Manchmal wird der Schaden erst am Tag nach dem Unwetter bemerkt“, erklärt Werner Schulte dazu. Der letzte Einsatz zu einem vollgelaufenen Keller sei schließlich am Montagmorgen absolviert worden. Werner Schulte lobt die gute Zusammenarbeit von hauptberuflicher und ehrenamtlicher Feuerwehr sowie dem Technischen Hilfswerk (THW) Haltern.

Nach dem Unwetter am Wochenende soll jetzt „aber erst einmal wieder Ruhe sein“, prognostiziert Meteorologe Thomas Kesseler-Lauterkorn vom Deutschen Wetterdienst. „Die schwül-heiße Luft ist abgezogen.“ Bis auf Weiteres werde es ein Potenzial für solch einen Starkregen nicht mehr geben.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
Zur Autorenseite
Ingrid Wielens

Haltern am Abend

Täglich um 19:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt