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Wasserqualität im Halterner Seebad ist trotz geringer Antibiotika-Mengen gut

hzSonderuntersuchung

Im Halterner Seebad können Gäste mit gutem Gefühl baden. Eine Sonderuntersuchung bescheinigt dem Stausee eine gute Wasserqualität. Geringe Antibiotika-Rückstände fanden die Experten aber.

Haltern

, 17.04.2019 / Lesedauer: 2 min

Das Seebad Haltern gilt als Gewässer mit ausgezeichneter Wasserqualität und einer konstant niedrigen mikrobiologischen Belastung. Das hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) bei einer Sonderuntersuchung im Auftrag des Umweltministeriums festgestellt. Zehn EG-Badegewässer in NRW waren im vergangenen Jahr viermal auf Bakterien untersucht worden, die Resistenzen gegen Antibiotika aufweisen, teilte das Umweltministerium jetzt mit. Die Halterner Proben wiesen keine klinisch relevanten Resistenzen auf.

Geringfügig Antibiotika entdeckt

Eine geringe Belastung des Stausees mit den Antibiotika Sulfamethoxazol und Clindamycin konnten die Experten allerdings feststellen. „Sulfamethoxazol ist relativ schwer abbaubar und wird daher häufig in Gewässern in geringen Konzentrationen nachgewiesen“, heißt es dazu im Fachbericht der Behörde. Es gilt als klassisch humanmedizinisches Antibiotikum, das auch im Bereich der Kleintiermedizin eingesetzt wird. In Haltern lasse sich der Befund „nicht befriedigend durch die Landwirtschaft erklären“, heißt es in dem Bericht.

Antibiotika und Bakterien

Welche Rolle spielt die Umwelt?

Antibiotika sind bei der Behandlung bakterieller Infektionen häufig unverzichtbar. Die Entstehung von Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, und damit verbundene eingeschränkte Behandlungsmöglichkeiten bei Infektionen sind daher ein ernst zu nehmendes Problem. In diesem Zusammenhang sollen die wissenschaftlichen Sonder-Untersuchungen Erkenntnisse über die Rolle der Umwelt bringen.

Belastungen der Gewässer mit Antibiotika werden nach Lanuv-Erkenntnissen durch punktuelle Einträge aus kommunalen Kläranlagen sowie durch Abschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen verursacht. Über diese Pfade könnten zudem Antibiotika resistente Bakterien aus den Ausscheidungen von Menschen und Tieren in die Umwelt gelangen, erklärt das Lanuv weiter.

Umfangreichere Sonder-Untersuchungen beginnen in diesem Jahr

In Nordrhein-Westfalen (NRW) liegen bislang keine systematischen Untersuchungen zur Belastungssituation der Gewässer hinsichtlich Antibiotika resistenten Bakterien vor.

Aus diesem Grund wurde 2018 eine erste eigene orientierende Untersuchung an ausgewählten EG-Badegewässern durchgeführt. Ab diesem Jahr plant das Lanuv umfangreichere Sonderuntersuchungen von Abwässern und Gewässern auf Bakterien und Antibiotikarückstände.

Umweltministerium zufrieden

„Wasserqualität in NRW-Badeseen ist insgesamt gut“

  • Lediglich in zwei NRW-Gewässern - im Elfrather See in Krefeld und im Baldeneysee in Essen - wurden jeweils in einer Probe sehr geringe Konzentrationen von Darmbakterien mit Resistenzen gegen drei Antibiotikagruppen nachgewiesen, teilte das Umweltministerium mit. Die anderen Proben in diesen beiden Seen und in allen anderen untersuchten Badegewässern hätten keine klinisch relevanten Resistenzen aufgewiesen. Die Bilanz des NRW-Ministeriums lautet daher: „Die Ergebnisse des Sonderuntersuchungsprogramms bestätigten die insgesamt gute Wasserqualität ausgewiesener Badestellen in Nordrhein-Westfalen.“
  • Zum Schutz der Badenden entnehmen die Überwachungsbehörden (Gesundheitsämter) während der Badesaison alle vier Wochen Wasserproben, die auf mikrobiologische Kenngrößen untersucht werden, um die bakterielle Belastung eines Badegewässers abzuschätzen. Ist die Belastung zu hoch, also der Grenzwert überschritten, wird umgehend ein zeitweiliges Badeverbot ausgesprochen.
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