Auf einem dieser Bildschirme im Leitstand vom Wasserwerk Haltern läuft heute das Assistenzsystem AsWa. © Gelsenwasser
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Wasserwerk Haltern: Künstliche Intelligenz jagt den günstigsten Strompreis

Eine neue Künstliche Intelligenz im Wasserwerk Haltern hilft dabei, die Stromkosten von Gelsenwasser zu senken. Davon könnten auch die Wasserkunden in Haltern profitieren.

Auf ihrer Hauptversammlung am Mittwoch (9. Juni) sprach die Gelsenwasser AG unteranderem über die abgegebene Trinkwassermenge aus dem Wasserwerk Haltern: Insgesamt 98,94 Millionen Kubikmeter flossen 2020 an die Menschen im Versorgungsgebiet. Seit Neuestem arbeitet das Werk dabei mit dem Assistenzsystem-Wasserwerk (AsWa), einer Anwendung mit Künstlicher Intelligenz (KI), die speziell für das Wasserwerk entwickelt wurde.

Wasserwerk Haltern setzt modernste Steuerungstechnik mit KI ein

Durch die Energiewende hätten sich die Stromhaltungskosten für das Wasserwerk in Haltern geändert, erklärt Marcel König, Projektingenieur bei der Gelsenwasser AG. „Durch die zunehmende Einspeisung erneuerbarer Energien sind die Preisschwankungen am Beschaffungsmarkt größer geworden“, so König.

Deswegen habe Gelsenwasser gemeinsam mit dem jungen Dortmunder Software-Unternehmen Logarithmo das AsWa entwickelt. Leiter des Projekts war Marcel König. „Die Idee ist bereits 2017 innerhalb von Gelsenwasser entstanden“, erklärt der Projektingenieur.

Die konkrete Anwendung im Wasserwerk Haltern arbeitet mit Künstlicher Intelligenz. „Sehr wichtig war uns von Beginn an, die Betriebsmeister und Leitstandsfahrer mit ihrer großen Praxiserfahrung mit einzubinden“, sagt Marcel König. So hätte die Arbeitsweise aus dem Betrieb bei der Entwicklung berücksichtigt werden können.

Für Marcel König war es wichtig, dass Betriebsmeister und Leitstandfahrer bei der Entwicklung des Assistenzsystems beteiligt wurden.
Für Marcel König war es wichtig, dass Betriebsmeister und Leitstandfahrer bei der Entwicklung des Assistenzsystems beteiligt wurden. © Sascha Kreklau © Sascha Kreklau

Stromkosten sparen bei der Befüllung der Behälter

Das Wasserwerk in Haltern fördert in ein Versorgungsnetz, zu dem die Trinkwasser-Behälter in Gelsenkirchen-Scholven und Herten gehören. „Aufgrund eines Nachtstromtarifs konnte früher der ehemals günstigere Strom in den Nachstunden genutzt werden, um die Behälter zu befüllen“, erklärt der Projektingenieur.

Weil das nun nicht mehr der Fall ist, gibt es das Assistenzsystem: Mit Hilfe der KI wird erkannt, zu welchem Zeitpunkt die Behälter am preisgünstigsten befüllt werden können. Entsprechend schalten die Leitstandsfahrer in Haltern die Pumpen. Die KI gestützte Anwendung AsWa ersetzt also keine menschliche Arbeit, sondern unterstützt die Fachleute.

„Wie der Name schon sagt, ist AsWa ein Assistenzsystem, es soll eine Kooperation zwischen Mensch und Maschine entstehen“, sagt Marcel König. Das Einsparpotenzial durch AsWa schätzt der Projektleiter im Jahr „in der Größenordnung eines mittleren fünfstelligen Eurobetrags“ – der sich durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien aber noch deutlich steigern könne.

Da die Energiekosten einen großen Anteil an den Gesamtkosten im Wasserwerk Haltern ausmachten, könnten auch die Wasserkunden unmittelbar vom AsWa profitieren. Denn die Energiekosten würden „mindestens gedämpft“ werden, womit das „AsWa einen Beitrag zur Stabilität des Wasserpreises“ leisten würde.

Assistenzsystem soll auch in anderen Wasserwerken eingesetzt werden

Das AsWa sei zwar für das Wasserwerk Haltern entwickelt worden, die Software könnte aber auch in anderen Wasserwerken angewendet werden. Darauf hätten die Entwickler von Beginn an geachtet, erklärt Marcel König. Dennoch müssten gewisse Voraussetzungen erfüllt sein.

„Da Wasserwerke in der Regel sehr unterschiedlich sind, ist eine stärkere Anpassung von einzelnen Modulen zur Implementierung in weitere Wasserwerke nötig“, so der Projektleiter.

Tatsächlich gebe es auch schon Gespräche über einen ähnlichen Einsatz des AsWa zur Kostenoptimierung in anderen Wasserwerken.

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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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