Weiterbau trotz Klage gegen Halterner Windpark

Neun Anlagen

Bis Ende des Jahres werden sich alle neun Windräder im Windpark Sythen/Lavesum drehen. Es sei denn, das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gibt einem Lavesumer Bürger Recht, der das Projekt zu verhindern sucht. Zurzeit läuft ein Eilverfahren zum Baustopp des gesamten Projekts.

SYTHEN/LAVESUM

, 07.10.2016, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weiterbau trotz Klage gegen Halterner Windpark

Nach Auskunft von Wolfgang Thewes, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht und Pressesprecher, verstrich viel Zeit, weil bis Ende September umfangreiches Aktenmaterial gesichtet worden sei. Bauherren und Gegner hätten Akteneinsicht verlangt, durch Anwaltswechsel des Antragstellers habe sich das Verfahren in die Länge gezogen. Das Gericht entscheidet nach Ortstermin und Aktenlage vermutlich in diesem Monat. „Es wird keine mündliche Verhandlung geben“, betonte Wolfgang Thewes.

Die Gegner des Windparks bekräftigen, sie seien nicht gegen die Nutzung von Windenergie, lehnen aber die Konzentration von neun Anlagen auf einer kleinen Fläche ab, weil sie den Standort als ungeeignet und das Projekt als rechtswidrig sehen. Das erste 207 Meter hohe Windrad an der Münsterstraße, gebaut vom Gladbecker Unternehmen SL Windenergie sowie Reinhard Thies und Jana Nienhaus, ist seit August in Betrieb.

Jetzt lesen

Die „Windenergie Haltern am See GmbH & Co. KG“ errichtet in diesem Windpark drei Anlagen. Hier sind auch Energiegenossenschaft und Stadtwerke mit im Boot. Aufgrund der sofortig vollziehbaren Baugenehmigungen im gesamten Verfahrenszeitraum darf die Gesellschaft den Weiterbau fortführen. Die erste der drei Anlagen geht nach Auskunft von Geschäftsführer Christian Hovenjürgen in zwei Wochen ans Netz. Die Fertigstellung der zweiten Anlage verzögert sich aktuell aufgrund der schlechten Windverhältnisse, die dritte folgt unmittelbar nach Aufbau dieser Anlage.

Die fünf Anlagen des Münchner Unternehmens „BayWa r.e. renewable energy GmbH“ sollen ebenfalls noch vor Ende des Jahres ans Netz. Dazu Sprecher Felix Gmelin: „Die Errichtung der Anlagen durch die von uns beauftragte Firma Nordex läuft derzeit plangemäß. Die Fundamente sind gestellt und die Betontürme bereits errichtet. Im nächsten Schritt werden die Stahlturmsegmente, die Gondeln und schließlich die Rotorblätter angeliefert und montiert.“ Die fünf Nordex-Anlagen vom Typ N131 haben eine Leistung von jeweils drei Megawatt und werden nach Inbetriebnahme über 14 000 Haushalte mit grünem Strom versorgen können. Zum laufenden Gerichtsverfahren werde sich das Unternehmen nicht äußern, so Gmelin. Das Ergebnis bleibe abzuwarten.

Genehmigung prüfen

Der Kreis Recklinghausen als Genehmigungsbehörde für Windenergie-Anlagen hat in diesem Jahr Vorbescheide für sechs weitere Windräder in Haltern am See erteilt. Bis zu einer Genehmigung muss geprüft werden, ob die angedachten Standorte der Windbauern genehmigungsfähig sind. Sprecherin Svenja Küchmeister sagte dazu: „Die Anlagen, die vermutlich in nächster Zeit realisiert werden, befinden sich im Bereich Lippramsdorf. In Hullern ruhen die Vorgänge.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt