Meinung

Wenn die Halterner den Spargel liegen lassen, ist die Lage ernst

Die Spargel-Saison 2022 war für die Bauern ein Desaster. Das hat aber nichts mit dem Wetter, sondern mit den Kunden zu tun. Das zeigt die düsteren Aussichten für die kommenden Monate.
In diesem Jahr wurde von den Deutschen weniger Spagel gekauft.
In diesem Jahr wurde von den Deutschen weniger Spagel gekauft. © picture alliance/dpa

Das Portemonnaie der Deutschen hat es nicht leicht. Sind sie doch ein Volk, das unheimlich gerne spart und knausert. Aber dieser Tage ist selbst ein Gang in den Supermarkt eine finanzielle Zumutung. Das Geld, das gerade noch für eine vierköpfige Familie für eine Woche zum Leben reicht, hätte man sich vor zehn Jahren glatt einen Neuwagen kaufen können. Zumindest fühlt es sich so an.

Als Erstes wird an Luxusprodukten gespart

Doch die neue Eskalationsstufe ist erreicht. Die Halterner verschmähen ihren Spargel. Das weiße Gold wurde in diesem Jahr viel weniger gekauft und verspeist als in anderen Jahren. Bei vielen wird in diesem Jahr der Preis den Ausschlag gegeben haben. Wenn man jeden Cent umdrehen muss, wird man ihn nicht in ein Kilo Spargel investieren. Als „Luxusprodukt“ hat Spargelbauer Philipp Sebbel das Gemüse zu Recht bezeichnet.

Dieses Frühjahr ist nur ein Vorgeschmack auf die kommenden Monate. Die Inflation wird viele Menschen hart treffen, trotz Entlastungen der Politik. In diesem Jahr doch kein Sommerurlaub, vielleicht weniger Bio-Produkte und im Herbst kältere Wohnungen, das Jahr 2022 wird für Deutschland entbehrlich werden. Das einzige, was die Bürgerinnen und Bürger jetzt tun können, ist zumindest sehenden Auges in dieses schwere Jahr gehen.

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