Wer entsorgt das Laub? Halternerin sorgt sich um ihre Mutter (82)

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Die nasse und kalte Seite des Herbstes sorgt für tonnenweise Laub auf den Straßen. Doch wer reinigt sie? Die Antwort ist klar: der Bürger. Doch können nicht alle den Dienst leisten.

Haltern

, 07.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Herbst hat seine schönen Seiten: Wenn die Sonne scheint, die goldenen Blätter an den Bäumen strahlen und die ersten Abende der Kamin ein wärmendes Feuer bringt, stellt sich ein Gefühl der Gemütlichkeit ein. Doch der Herbst kann einen auch ärgern: Nämlich dann, wenn es um die Entsorgung der Laubblätter geht, die jedes Jahr aufs Neue für Rutschgefahr sorgen.

Die Halternerin Elke S. ärgert sich: Ihre Mutter (82) wohnt an der Hullerner Straße, wo das Bauprojekt „Der See schlägt Wellen“ realisiert wurde. Seit mehr als 50 Jahren stünden dort lauter Laubbäume, sagt Elke S.. An sich wäre das kein Problem, zuständig für die Laubentsorgung sind aber ihre Mutter und deren Nachbarn. „Die sind alle zwischen 70 und 90 Jahren alt. Die können das nicht mehr leisten.“

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Wenn es nur das eigene Laub wäre, hätten Tochter und Mutter kein Problem, es zu entsorgen. „Es kommt aber tonnenweise von Parkplätzen in der Nähe zu den Häusern meiner Mutter und ihren Nachbarn herüber geweht“, sagt die Tochter.

„Schubkarren voller Laub“ führen die Rentner jede Woche weg. Die Laubtonne sei so voll, dass der übrige Abfall regelmäßig zum Wertstoffhof gebracht werden müsste. „Und das kostet auch wieder Geld“, sagt Elke S..

Das Problem: Die Anwohner sind dazu verpflichtet, Gehwege vor ihrem Heim wöchentlich einmal bis 19 Uhr zu reinigen. Dabei ist unerheblich, ob das Laub vom Baum das Nachbarn oder einem städtischen Baum gefallen ist. Im Jahr 2019 sammelte die Stadt 11.336,75 m³ Garten- und Parkabfälle an öffentlichen Stellen, es kommt also eine Menge Laub im Herbst zusammen.

Elke S. regt deshalb an, „öffentliche“ Laubbehälter in der Stadt Haltern aufzustellen, um die Wege in der Laubentsorgung kurz zu halten. Die seien schon des Öfteren Thema gewesen, sagt Stadtsprecher Georg Bockey, seien aber auch nicht gerade billig. Einen gemeinsamen Entwurf der SPD- und FDP-Fraktion für solche öffentlichen Laubbehälter lehnte der Rat bereits im Jahr 2015 aus Kostengründen ab. Stadtsprecher Bockey teilte mit, dass sich die Tendenz seither nicht verändert habe.

Bei großen Laubmengen von Straßenbäumen könnte aber auch der Fachbereich Technische Dienste das Laub abtransportieren, bezahlen müssten dies jedoch die Anwohner. Was Stadtsprecher Georg Bockey Elke S. und ihrer Mutter versprechen kann: Die Grünabteilung kümmere sich zeitnah und reinigt die Straße. Sie habe derzeit aber auch alle Hände voll zu tun. „Da mache ich keinen Hehl raus.“ Wichtig sei auf alle Fälle, vorsichtig zu sein.

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